Donnerstag, 14. November 2002

Brand in Linzer Hochhaus wurde gelegt

  • Feuer brach in einem Büro aus
  • Höhe des Schadens rund 60.000 Euro

Der Brand in einem Linzer Hochhaus Donnerstag Früh wurde gelegt. Dies ergaben nun die Ermittlungen der Polizei. Das Feuer war in den frühen Morgenstunden in einem Büroraum der "Imperial-Gruppe" - einer Kapitalbeteiligungsgesellschaft mit Hauptsitz in Linz - ausgebrochen. Konkrete Hinweise auf den Täter gebe es derzeit noch nicht, der entstandene Sachschaden belaufe sich auf rund 60.000 Euro, so Michael Tischlinger von der Bundespolizeidirektion Linz am Freitag im Gespräch mit der APA.

Gegen 5.30 Uhr wurde die Linzer Feuerwehr von dem Brand verständigt. Das Feuer war im Bereich einer "großen Regalwand mit Akten" ausgebrochen. Der Einsatz gestaltete sich durchaus schwierig: Da befürchtet wurde, dass sich in den oberen Geschossen noch Bewohner befinden würden, hielten drei Polizisten Nachschau. Im sechsten Stock des Hochhauses konnten sie daraufhin eine Person noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Nur ein Stockwerk höher spitzte sich dann aber die dramatische Rettungssituation zu: Ein Mann konnte zwar von den drei Polizisten noch rechtzeitig "aus dem Schlaf gerissen" werden, der Weg zurück durch das mittlerweile völlig verqualmte Stiegenhaus war aber für die vier Personen dann unmöglich. Als einzige Fluchtmöglichkeit blieb ein Rückzug in die Wohnung des Geretteten. Erst nach einer Belüftung des Stiegenhauses durch die Feuerwehr konnten die alle Vier unverletzt geborgen werden.

Die Firma Imperial war erst kürzlich in die Schlagzeilen gekommen. Das Landesgericht Linz hatte Anfang Oktober des heurigen Jahres bekannt gegeben, dass gegen die Firmengruppe Voruntersuchungen wegen des Verdachts der Untreue und des Betruges eingeleitet worden seien. Der mutmaßliche Schaden belaufe sich auf rund 80 Mio. Euro. In den Firmenräumlichkeiten - in dem Linzer Hochhaus, wo es jetzt brannte - wurden in der Folge umfangreiche Beschlagnahmen von Unterlagen vorgenommen. Der Gründer und Chef der Imperial-Gruppe, Faramarz Ettehadieh, weist die Vorwürfe zurück, er habe keinerlei Betrugshandlungen begangen, im Gegenteil, es seien regelmäßig jährlich mindestens sechs Prozent Zinsen ausgeschüttet worden.

14.11.2002 09:49