Montag, 11. November 2002

Temelin-Abschaltung ruft AKW-Gegner auf den Plan

  • SP-Sima zählt "39 Zwischenfälle und kein Ende"

Die neuerliche Abschaltung des zweiten Reaktorblocks im tschechischen Atomkraftwerk Temelin am Vortag rief am Montag naturgemäß entsprechende Kommentare der heimischen Temelingegner hervor. "39 Zwischenfälle und kein Ende!", kommentierte SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima in einer Aussendung, "die Betreiber scheinen ihr Prestigeobjekt ganz offensichtlich nach wie vor nicht in Griff zu haben."

Der Reaktor war nur wenige Tage nach seiner Inbetriebnahme wegen Problemen an der Turbine wieder abgeschaltet worden. Sima meinte dazu, der Schüssel-Zeman-Pakt, der knapp vor einem Jahr in Brüssel unterzeichnet wurde, habe Temelin keinen Millimeter sicherer gemacht, er sei das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben wurde, einmal mehr bestätigten sich die Warnungen zahlreicher internationaler Experten.

"Schwarz-Blau ist in Sachen Anti-Atom gescheitert", resümierte Sima, das hartnäckige Schweigen zur drohenden Aufstockung des Euratom-Kreditrahmens von Seiten der Regierung sei mehr als bezeichnend. "Mit österreichischen Steuergeldern soll das Auslaufmodell Atomkraft weiterhin finanziert werden - was Schwarz-Blau auch nicht weiter zu kümmern scheint", so Sima. Die SPÖ habe mit den Grünen die Einberufung eines EU-Hauptausschusses noch vor den Wahlen gefordert, wo Finanzminster Karl-Heinz Grasser gebunden werden soll, gegen die Aufstockung des Euratom-Kreditrahmens von 4 auf 6 Mrd. Euro zu stimmen.

"Es vermehrt sich der Eindruck, dass man den Betrieb nur notdürftig für die Expertenkommission in Prag in Block 2 am Leben erhielt", meinte auch der Obmann von Stop Temelin, Mag. Josef Neumüller, und zeigte sich in einer Aussendung "entrüstet".

11.11.2002 10:47