Mittwoch, 6. November 2002

Wein aus Jeruzalem

  • Erich Krutzlers Pläne in Jeruzalem

Zwei österreichische Weinmacher wollen jenseits der Grenze herausragende Weine herstellen. Erich Krutzler im slowenischen Jeruzalem und Franz Reinhard Weninger im ungarischen Balf.

Sie zählen zu den außergewöhnlichsten Rotweinmachern des Landes. Manche halten sie überhaupt für die besten. Jedenfalls sind die Weine wie etwa der sogenannte Perwolff längst ein legendärer Kultwein - meistens schon ausverkauft, bevor sie noch abgefüllt wurden. Erich Krutzler
und sein Bruder Reinhold führen im südburgenländischen Deutsch Schützen einen Musterbetrieb.

Jetzt will Erich Krutzler ein neues Abenteuer wagen. Der knapp 40jährige Starwinzer hat zusammen mit einem österreichischen Investor in Slowenien Weingärten im Ausmaß von rund 60 Hektar gekauft. Das Anbaugebiet heißt Podravje und liegt etwa 60 Kilometer südlich der untersteirischen Grenzstadt Bad Radkersburg

WEIN AUS JERUZALEM

Der Ort, an dem sich Krutzler ansiedeln will, trägt den klingenden Namen Jeruzalem. Die überaus reizvolle Gegend gleicht auf erstaunliche Weise der südsteirischen Hügellandschaft. Dort wird schon seit Generationen Wein produziert. Der Legende nach stammt der Name von Rittern des Malteserordens, die sich auf dem Kreuzzug befanden.

Es soll ihnen dort so gut gefallen haben, dass sie beschlossen, zu bleiben. Den Ort nannten sie Jeruzalem,
so als hätten sie ihr ursprüngliches Ziel tatsächlich erreicht. Jeruzalems Weinberge sind bekannt für Traminer, Grauen Pinot, für Chardonnay und Laski Rizling sowie gelben Muskateller. Die Weißweine werden größtenteils halbtrocken oder gar halbsüß ausgebaut. Auch der Rotweinmacher Krutzler will in Jeruzalem Weißweine keltern, allerdings nach seinen Vorstellungen: „Die Gegend ist nicht nur besonders schön, es herrschen auch klimatisch ideale Bedingungen für Weinanbau. Für mich ist das eine echte Herausforderung.“

6.11.2002 11:08
GUSTO-Rezeptsammlung