Österreich: Weißwein-Schwemme & Rotwein-Mangel
- Ernte um 4% höher / Zuwächse in NÖ und Steiermark
- 26% weniger Rotwein im Burgenland, aber bessere Qualität

Die Weinernte ist in Österreich heuer höher ausgefallen als im Vorjahr. Allerdings nur beim Weißwein. Beim deutlich gefragteren aber auch witterungsempfindlicheren Rotwein erwartet die Statistik Austria dagegen einen Rückgang um 15 Prozent auf 652.000 Hektoliter. Die Weißwein-Ernte dürfte mit fast 2 Millionen Hektoliter um 12 Prozent höher ausfallen.
Dadurch dürfte der Weißwein-Preis laut Statistik Austria - bei fallender Inlandsnachfrage - noch mehr unter Druck geraten.
Mit den insgesamt rund 2,6 Millionen Hektolitern werde der Vorjahreswert um rund 4 Prozent und der Erntedurchschnitt der vergangenen zehn Jahre um 11 Prozent übertroffen.
Das heurige Weinjahr sei witterungsmäßig äußerst inhomogen gewesen und habe phasenweise starke Ernteeinbrüche wegen Trockenheit, Hochwasser und Hagel erwarten lassen. Auf Grund des feuchten Herbstes und den daraus resultierenden überdurchschnittlichen Fruchtgrößen konnte das Defizit wieder wettgemacht werden.
Niederösterreich erwarte heuer eine um 10 Prozent höhere Weinernte von 1,694.700 hl. Damit entfielen 65 Prozent der heimischen Weinproduktion auf das Bundesland. Allein im Weinbaugebiet Weinviertel könnten 943.700 hl (plus 2 Prozent) produziert werden. Auch aus dem Kamptal, Niederösterreichs zweitgrößtem Weinbaugebiet, werden - trotz Hochwasserschäden - mit einer Weinernte von 238.100 hl Hektarerträge deutlich über 60 hl/ha erwartet. Das Kremstal fällt wegen Hagelschäden ertragsmäßig (49 hl/ha) etwas ab, was eine Ernte von 102.300 hl und den dritten Platz unter Niederösterreichs Weinbaugebieten bedeuten würde.
Das Burgenland ist von den Rückgängen bei Rotwein mit einem minus von 26 Prozent auf 265.000 hl besonders schwer betroffen, aber auch Weißweine dürften entgegen dem Bundestrend nur leicht um 2 Prozent auf 431.200 hl zulegen. Insgesamt müssten burgenländische Winzer bei einer Produktion von 696.200 hl Mengeneinbußen von 11 Prozent in Kauf nehmen. Sie werden jedoch laut Statistik Austria durch eine ausgezeichnete Qualität entschädigt.
In der Steiermark wird es dagegen ein Plus von 15 Prozent auf 213.500 hl geben, obwohl regional - auf Grund der hohen Niederschlagsmengen - von Fäulnis berichtet wurde.
Die Güte des Weinmostes werde im Allgemeinen höher als im Vorjahr eingeschätzt, wobei besonders hohe Bewertungen für burgenländische Rotweine vorlägen. Die ausgiebigen Niederschlagsmengen der letzten Monate dürften jedenfalls die Mostqualität nicht negativ beeinflusst haben.
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