GartnerG2: Handy im Vormarsch - UMTS überbewertet
- Europa: Handy-Nutzung doppelt so hoch als Internet-Nutzung
- 62 % der erwachsenen EU-Europäer besitzen ein Handy
Das Marktforschungsinstitut GartnerG2 sieht die Mobilfunktechnologie in Europa im Vormarsch. Erstmals würden Unternehmen in Europa ihre Zielgruppen besser über das Handy als über Internetseiten oder E-Mails erreichen, heißt es in einer auf dem ITxpo-Symposium in Cannes vorgestellten aktuellen Konsumenten-Studie von GartnerG2. Der Marktforscher warnt die Mobilfunkindustrie aber gleichzeitig davor, UMTS überzubewerten und dabei die Bedürfnisse des Endkunden zu vernachlässigen.
Das Handy werde in Europa derzeit mehr als doppelt so oft genutzt wie das Internet über den PC, erstmals würden mehr Personen mobile Textbotschaften (SMS) versenden als E-Mails, geht aus der Studie hervor. 62 Prozent der Erwachsenen in großen EU-Staaten haben laut GartnerG2 ein Handy, 41 Prozent versenden SMS, 30 Prozent nutzen vergleichsweise das Internet. Im Vorjahr nützten noch 28 Prozent der europäischen Erwachsenen SMS und 29 Prozent das Internet. SMS habe sich zu einem schlagkräftigen Marketinginstrument entwickelt, das für eine Reihe von Aktivitäten wichtiger als das Internet sein könne, meint GartnerG2.
Erfolgsgeschichte durch UMTS überschattet
Die Erfolgsgeschichte des Handys werde aber von Schulden, Zweifeln und Verzögerungen rund um die dritte Mobilfunktechnologie UMTS (Universal Mobile Telecommunications System, auch 3G genannt) überschattet, betont der Technologie-Beratungsunternehmen. Konsumenten würden mit dem für 2003 geplanten Marktstart von UMTS nicht automatisch ihre Handys durch UMTS-Geräte ersetzen. Die Mobilfunkindustrie müsste vielmehr auf die Bedürfnisse der Konsumenten eingehen: "Die meisten Konsumenten wissen nicht mal, wozu ihre Handys bereits jetzt fähig sind. Es ist irrelevant, wie gut UMTS ist, wenn die Konsumenten nichts damit anzufangen wissen", meint GartnerG2-Chefanalyst Adam Daum.
Zu hohe Erwartungen an UMTS
Der Erfolg von UMTS hänge von einem "vibrierenden Markt von Datenservices" ab, bemerkte Daum. Derzeit gebe es ein zu großes Loch zwischen den Erwartungen der Mobilfunkindustrie und der Realität. Unternehmen sollten daher nicht auf UMTS warten, sondern bereits jetzt Anwendungen über bereits verfügbare Technologien auf den Markt bringen. Dadurch könnten sich Konsumenten besser auf UMTS vorbereiten und sichergestellt werden, dass sie zum tatsächlichen UMTS-Start für den neuen Mobilfunkstandard bereit seien.
Weitere Informationen:
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