Rapid-Krise: Der grün-weiße Dauer-Patient
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Sportlich im Niemandsland, finanziell am Abgrund: Österreichs Rekordmeister kämpft ums Überleben. Steigt die Bank Austria aus?
Von einem neuen „Rapid-Wunder“ war zu Beginn der Meisterschaft im Sommer noch die Rede, nachdem der neue Trainer Josef Hickersberger mit seiner grün-weißen Truppe Meisterschafts-Kofavorit Sturm mit 4:0 in Graz aus dem Schwarzenegger-Stadion geschossen hatte. Und damit die Depression der „Ära Matthäus“, an deren Ende der 8. Tabellenplatz gestanden war – die schlechteste Meisterschaftsplatzierung in der über 100-jährigen Geschichte des österreichischen Rekordmeisters –, fürs Erste vertrieben hatte.
Doch die neue grün-weiße Herrlichkeit währte nicht einmal einen Sommer lang, der sportliche Absturz ins Niemandsland der Tabelle nahm spätestens mit der vorübergehenden „Zwangsübersiedlung“ ins ungeliebte Happel-Stadion ab September unaufhaltsam seinen Lauf. Denn während Erzrivale Austria Wien dank Großmäzen und Liga-Präsident Frank Stronach immer schneller am Millionenrad dreht, müssen sich die Hütteldorfer finanziell nach der Decke strecken. Als die Rapidler endlich wieder ins renovierte und vollüberdachte Hanappi-Stadion zum „Wiener Derby“ einliefen, gab’s den nächsten Dämpfer. Gegen diese Austria, so der Tenor auf den Tribünen in Hütteldorf, ist Rapid auf absehbare Zeit sportlich chancenlos.
Sponsor-Rückzug
Jetzt droht angeblich der „Super-Gau“: Rapid-Hauptsponsor Bank Austria Creditanstalt überlegt nach NEWS-Informationen den totalen Rückzug aus dem Fußball.
Spätestens im Juni 2004, wenn der aktuelle Sponsorvertrag ausläuft. Die bayerische HypoVereinsbank (HVB), Eigentümer der Bank Austria Creditanstalt, steckt momentan selbst in der Krise, spart an allen Ecken und Enden, muss Hunderte Mitarbeiter entlassen. Und die neue HVB-Führung soll wenig Lust verspüren, weiter in einen durchschnittlichen österreichischen Fußballklub zu investieren.
Mit einem Schlag würden die Grün-Weißen damit budgetmäßig in der Luft hängen, denn fast 2,5 Millionen Euro, gut ein Drittel des Gesamtbudgets, schießt derzeit die Bank Austria zu. Allerdings gibt Gerhard Reidlinger, zuständig für die Sponsoraktivitäten der Bank Austria Creditanstalt, vorsorglich Entwarnung: „Die Entscheidungen über unser Sponsor-Engagement fallen nach wie vor ausschließlich in Wien.“
Budgetlöcher
Dennoch: Weil seit 1998 vonseiten der damaligen Rapid-Führung massive Vorgriffe auf künftige Sponsorbeträge der Bank getätigt wurden, soll der Rekordmeister schon jetzt finanziell in den Seilen hängen. Im 7,5-Millionen-Euro-Jahresbudget für die Saison 2002/03, so Rapid-Insider, soll ein Loch von kolportierten 1,5 Millionen Euro klaffen. Mindestens. Rapid-Präsident Rudolf Edlinger räumt im NEWS-Interview zumindest die Vorgriffe auf künftige Sponsorgelder ein: „Es gab vorausgezahlte Sponsorbeträge des Hauptsponsors zur Liquiditätsherstellung in den vergangenen Jahren. Und an der Bewältigung dieses Problems arbeiten wir im Augenblick“.
Autor: Tino Teller
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