Bitte anschnallen - Haider wird FPÖ-Wahl-Chef
- PLUS: Experten über Haiders Seelenleben

·Durchklicken!
Experten über Jörgs Seelenleben
·Mitdiskutieren!
Was halten Sie von Schwarz-Grün?
Gezielte Provokationen: Nach dem Besuch bei Saddam Hussein Rundumschlag gegen Schüssel, USA, Israel und die eigenen Parteifreunde. Haiders Zukunft: Wie er im Wahlkampf weiter polarisieren will, wann er an die Parteispitze zurückkehrt. Und wie er die FP säubern will.
Es ist wieder einmal so weit. Und doch ganz anders, als so mancher glaubt. Ausgerechnet während die halbe Welt darüber rätselt, ob der „Araberfreund“ (Haider über Haider) und Globetrotter in so manches Wüstenland Haider denn nun endgültig „durchgeknallt“ sei, wie nun auch so mancher blaue Parteifreund behauptet, startet das einfache Parteimitglied wieder durch. Sein Tempo und die sich täglich steigernde Dosis an gezielten Provokationen sind dabei beachtlich.
Am vergangenen Dienstag, gerade frisch von Bagdad in Wien gelandet, lud der Kärntner Landeshauptmann zunächst zur Pressekonferenz im Wiener Hotel Intercontinental, um seinen erneuten Handschlag mit Iraks Diktator Saddam Hussein und seine „Friedensmission“ zu erklären.
Er ist wieder da
An diesem Dienstag war Jörg Haider wieder in seinem Element. Nachdem er sich morgens nicht nur Außenministerin Benita Ferrero-Waldner, sondern keinen geringeren als die USA zum Feind gemacht hatte, stieß er in Salzburg mit den Landesväter-Kollegen zum 70. Geburtstag von Bundespräsident Thomas Klestil an und kam dann nachmittags in Klagenfurt zum wichtigten Tagesordnungspunkt: Er ließ sich für 16-Bogen-Plakate ablichten. Sie werden in ganz Österreich hängen und signalisieren: Jörg Haider steigt zwei Wochen vor der Wahl voll in den Wahlkampf ein.
Jörg Haider ist also wieder da. Und erinnert kaum mehr an jenen Mann, der noch vor einigen Wochen einer unbekannten „Gewalt“ gewichen war und auf sein Comeback als FP-Chef verzichtet hatte. Nein, nachdem der mehrfach desavouierte Kurzzeit-FP-Chef Mathias Reichhold aus – offiziell – gesundheitlichen Gründen aufgeben musste und Haiders langjähriger Vertrauter Herbert Haupt den Schleudersitz des FP-Chefs übernommen hatte, ist für Haider die Welt wieder heil.
Hatte sich der Ex-FP-Chef vergangene Woche noch im NEWS-Interview darüber erregt, dass da für Reichhold „ein Landeshauptmann kämpft, den er nicht einmal auf die Bundesliste setzen will“, steht Haider nun wieder auf dem 15. Platz der blauen Bundesliste – Haupt sei Dank. Haider hat die Zügel wieder fest in der Hand. Und erklärt nun auch im NEWS-Interview (siehe rechts), jetzt auch bundesweit mit vollem Einsatz wahlkämpfen zu wollen.
Haiders Wahlkampf
Die am Dienstag aufgenommenen 16-Bogen-Plakate zeigen Herbert Haupt, Thomas Prinzhorn, Magda Bleckmann, Max Walch und natürlich Jörg Haider himself als Zentralfigur in der Bildmitte und sind der Startschuss der neuen Kampagne. Geplanter Start der Österreich-Rundfahrt: diesen Samstag im Design-Center Linz, eine Veranstaltung, die noch unter Mathias Reichholds Federführung geplant wurde. Der Kurzzeit-Parteichef wird dabei wohl fehlen, wie auch im Rest des Wahlkampfs. Denn neben dem treuen Kärntner Palatin Haupt soll per Dienst-Audi, Hubschrauber und Privatflieger Jörg Haider zu Dutzenden Veranstaltungen in ganz Österreich einschweben.
Im Wahlkampf-Szenario der FPÖ sind derzeit für Haider neun Bundesländer-Tage mit drei bis fünf kleineren und einer größeren Veranstaltung in den Landeshauptstädten vorgesehen. Abschluss und Höhepunkt: Am Freitag vor der Wahl, einen Tag nach der „Elefantenrunde“ der Parteichefs, soll die Schlusskundgebung – fast traditionell – am Wiener Stefphansplatz steigen. Mit Hilmar Kabas als Einpeitscher, möglicherweise Herbert Scheibner, falls der nicht wegen seiner Kritik an Haiders Irak-Trip schweigen muss, Haupt – und als Highlight: Jörg Haider als Angreifer gegen Schüssel, die EU-Osterweiterung und natürlich im Kürprogramm gegen den „Kriegstreiber“ (Copyright: Haupt) USA.
Umfrage-Absturz: 9 Prozent
Kurzfristiges Ziel des Last-Minute-Intensivwahlkampfs: die derzeit komatös anmutende FPÖ aus dem Tiefschlaf wachküssen, den real drohenden Absturz unter zehn Prozent – in der aktuellen NEWS-Gallup-Umfrage (Seite 26) liegt die FPÖ bereits bei neun Prozent – in letzter Sekunde verhindern.
So versucht Haider denn auch eine massive Wähler-Rückholaktion in der Zielgruppe der frustrierten Blauen, die sich zuletzt massenhaft der ÖVP zuzuwenden schienen.
Autorin: Isabelle Daniel
Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS.
Außerdem:
Dalai Lama in Österreich10:26
Keine Angst vor ChinaAußenministerium reagiert auf Chinas Empörung betont gelassen
David Alaba07:48
"Wieder voll angreifen"Der Bayern- und ÖFB-Star hakt die Enttäuschungen ab und schaut nach vorne
Mordalarm in Wien12:03
Zu Tode geprügeltMann sagte nach Schlägerei bei der Polizei aus - nun folgte die Rache
