Mittwoch, 6. November 2002

Softdrink-Gigant Coca-Cola hat Durst auf Pago

  • Geheimverhandlungen um Pago-Verkauf

Der Softdrink-Gigant Coca-Cola hat Durst auf Pago: Wie NEWS in seiner aktuellen Ausgabe meldet, finden bereits Geheimverhandlungen über den Pago-Verkauf statt.

Der zur börsennotierten Linzer Brau Beteiligungs AG (BBAG mit den Marken Zipfer, Gösser, Schwechater, Gasteiner und Co) gehörende Fruchtsaftmacher Pago steht nach einem Bericht in der neuesten Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS im Übernahme-Visier des US-Softdrinkkonzerns Coca-Cola. Die Geheimverhandlungen, die offiziell dementiert werden, gehen laut Insider-Informationen zügig voran, wobei der Kaufpreis der entscheidende Knackpunkt sein soll. Eingefädelt wurden die Verhandlungen laut NEWS-Information vom ehemaligen Coca-Cola-Österreich-Boss Chris Burggraeve.

Gespräche auf Vorstandsebene werden sowohl seitens der BBAG als auch von Coca-Cola Österreich nicht dementiert. Allerdings wird von BBAG-Vorstand Walther Sachs als Gegenstand der Verhandlungen angegeben, dass sich die in Klagenfurt beheimatete Pago International Gesellschaft mbH für Coca-Cola als Vertriebspartner im internationalen Geschäft interessiert.

Tatsache ist, dass die Strategie von Coca-Cola vorsieht, am europäischen Fruchtsaftmarkt durch Akquisitionen deutlich zu wachsen. Durch ihren starken Marktauftritt in weiten Teilen Europas und die erfolgreiche Wachstums-Story in den vergangenen Jahren (der Absatz hat sich seit 1990 verfünffacht) wäre Pago (2001: 126 Mio. Euro Umsatz, EBIT: 10 Mio. Euro) ein ideales Objekt dafür. Der hochprofitable US-Softdrink-Gigant (2001: über 20 Mrd. Dollar Umsatz, 5,4 Mrd. Dollar Vorsteuergewinn) mit einem Börsewert von 117 Mrd. Dollar verfügt wiederum über eine perfekte Vertriebsorganisation.

Als weiteres Zeichen für einen verkauf wird von Insidern gewertet, dass sich die BBAG kürzlich von zwei langjährigen Geschäftsführern getrennt hat. Die operative Firmenleitung hat nun der für den alkoholfreien Bereich Zuständige BBAG-Vorstand Sachs selbst übernommen. Er strukturiert Pago derzeit vollkommen um, um "die Profitabilität und Ertragskraft deutlich zu steigern". Als Ziel gibt Sachs an, "die Nummer eins Europas in Sachen Fruchtsaft" werden zu wollen.

Die Entscheidung über einen Verkauf liegt nun bei den Eigentümerfamilien Büche, Kretz, Beurle, Falkensamer, Mautner-Markhof sowie der deutschen Oetker-Gruppe, die über die Brauerei Schwechat AG rund 67 Prozent der BBAG kontrollieren. Rund 33 Prozent der Aktien, deren Kurs heuer bereits um rund 40 Prozent gestiegen ist, befinden sich im Streubesitz.

Mehr über den Pago-Verkauf finden Sie im aktuellen NEWS.

6.11.2002 12:43