Mittwoch, 6. November 2002

NEWS: Riess-Passer wehrt sich gegen Haider-Vorwürfe

  • "Ich werde mir das von niemandem gefallen lassen"
  • Die Vizekanzlerin erwägt rechtliche Schritte

Riess-Passer wehrt sich gegen Haider-Vorwürfe: In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS nimmt die Vizekanzlerin erstmals ausführlich zu den von Ex-Parteichef Haider erhobenen Vorwürfen und Austritts-Aufforderungen Stellung. Riess-Passer zu den Vorwürfen, "strafbarer Tatbestände" im Zusammenhang mit der Abfangjäger-Entscheidung: "Das ist ein ungeheuerlicher Vorwurf, der für mich das Ausmaß des erträglichen überschreitet. Ich werde mir das von niemandem gefallen lassen."

Eine Klage gegen Haider sei möglich: "Wenn er das wirklich behauptet, wird das auch für ihn Konsequenzen haben."

Sie "denke nicht daran", Haiders Aufforderung, aus der Partei auszutreten, nachzukommen. "Das ist meine Partei genauso wie sie die Partei Haiders ist."
Riess-Passer: "Wer glaubt, dass ich keinen Platz in der Partei mehr habe, muss ein Ausschlussverfahren gegen sie anstrengen und Gründe auf den Tisch legen."
Sie hätte sich jedenfalls nie die "Taschen vollgestopft", sondern "sofort meinen Rücktritt als Vizekanzlerin angeboten." Riess-Passer: "Die Partei hat mich gebeten, weiter zu machen."

Über die Zukunft ihrer Partei zeigt sich Riess-Passer besorgt. Sie hoffe, dass sich jene Kräfte nach der Wahl durchsetzen mögen, die an einer Fortsetzung der Koalition mit der ÖVP interessiert sind. "Es gäbe noch so viel zu tun. Sonst wäre das Projekt wirklich gescheitert."

Haiders Ausflug in den Irak kommentiert sie nicht ohne Ironie: "Man kann schon die Fehler der USA sehen, aber man darf die Fehler der anderen Seite nicht verschweigen. Und Saddam ist wahrhaft kein unbeflecktes Lamm."

Riess-Passer über die Vorwürfe von Jörg Haider: Das ganze Interview lesen Sie im neuen NEWS!

6.11.2002 11:56