23-jähriger Spekulant kostet 100e Anleger 15 Mio. €
- profil: Formel-1-Star Ralf Schumacher unter den Geschädigten

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, soll der oberösterreichische Börsenspekulant Oliver Pracherstorfer über 300 Anleger um über 15 Millionen Euro erleichtert haben. Der 23-jährige Oberösterreicher hatte den Investoren versprochen, er würde mit seiner OPCM Ltd. an der US-Wachstumsbörse Nasdaq spekulieren und Renditen von zehn Prozent im Monat erzielen.
Vor wenigen Tagen aber erklärte Pracherstorfer einigen seiner Anleger gegenüber telefonisch, dass "von den 15 Millionen Euro fast nichts mehr übrig" sei.
Einige Anleger haben daraufhin Anzeige erstattet, die Linzer Kriminalabteilung ermittelt, die Staatsanwaltschaft (Aktenzahl 7 St 324/02) ist eingeschaltet. Der darin geäußerte Verdacht: Pracherstorfer habe bereits vor über einem Jahr nicht mehr jene Renditen von zehn Prozent und mehr im Monat erwirtschaften können, die er seinen Anlegern in Aussicht gestellt hatte, und deshalb die Konto- und Depotauszüge gefälscht. Der Verdacht wird dadurch erhärtet, dass selbst der "profil" vorliegende, letzte Auszug vom 29. September 2002 immer noch ein Gesamtvermögen von 17,67 Millionen Euro ausweist.
Prominente Geprellte
Unter den über 300 Anlegern aus Österreich, Deutschland und Spanien finden sich auch Prominente wie der Formel-1-Star Ralf Schumacher, Andreas Kos, der Physiotherapeut von Formel-1-Fahrer Heinz-Harald Frentzen, einige Betreuer aus dem Sauber-Rennstall und ORF-Reporter. Sie alle hätten - ebenso wie ein Mitglied der Mayr-Melnhof-Familie - jeweils über 100.000 Euro bei OPCM angelegt. Zusätzlich hat Pracherstorfer auch zahlreiche Geldgeber im Salzburger und Wiener Rotlichtmilieu gefunden.
Probleme bereitet die missliche Lage von Pracherstorfer und seiner OPCM auch dem Seitenwagen-Gespann Klaus Klaffenböck und Christian Parzer. Das Duo, das im Vorjahr sogar den Weltmeistertitel geholt hatte, nahm OPCM im vergangenen Frühjahr als Hauptsponsor an Bord und wird sich nun einen neuen Investor suchen müssen.
Pracherstorfer selbst hat unterdessen seine Büros im deutschen Bamberg und in spanischen Marbella geräumt, die Telefone abgemeldet und die Internetseite vom Netz genommen. Er selbst ist auf Tauchstation und lässt lediglich wissen: "Es sind Gelder an der Börse verspekuliert worden. Einen Betrug oder eine Veruntreuung haben wir aber nicht gemacht."
Dalai Lama in Österreich10:26
Keine Angst vor ChinaAußenministerium reagiert auf Chinas Empörung betont gelassen
David Alaba07:48
"Wieder voll angreifen"Der Bayern- und ÖFB-Star hakt die Enttäuschungen ab und schaut nach vorne
Mordalarm in Wien12:03
Zu Tode geprügeltMann sagte nach Schlägerei bei der Polizei aus - nun folgte die Rache

