Akademiker Arbeitslosigkeit dramatisch angestiegen
- September 2002 waren 26 Prozent mehr arbeitslos
Einen dramatischen Anstieg der Akademikerarbeitslosigkeit meldet das Arbeitsmarktservice (AMS). Ende September waren 6.426 Doktoren, Magister, Diplomingenieure und sonstige Hochschulabsolventen beim AMS als arbeitssuchend vermerkt, 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Besonders dramatisch war der Anstieg bei den Fachhochschulabsolventen, hier hat sich die Zahl der Arbeitslosen mehr als verdoppelt. Der Anteil der Akademiker an der Gesamtarbeitslosigkeit lag im September bei 3,2 Prozent.
Besonders hoch ist die Akademikerarbeitslosigkeit bei den 30- bis 49-jährigen, hier gab es mit 29,7 Prozent auch die deutlichsten Zuwächse gegenüber September 2001. 4.196 sind in dieser Altersgruppe ohne Job, bei den 22- bis 29-jährigen sind es 1.258, bei den über 50-jährigen 972. Die mit Abstand meisten arbeitslosen Uni-Absolventen finden sich in Wien (2.953), gefolgt von der Steiermark (964) und Niederösterreich (685), im Burgenland suchen lediglich 80 Akademiker einen Job.
Nach Studienrichtungen aufgetrennt führen die Juristen die traurige Statistik an, 739 rechtskundige Arbeitslose vermerkt das AMS. Bei den Betriebswirten sind es immer noch 711, an Medizinern sind 351 auf Jobsuche. Weiteres sind 343 Lehramtsabsolventen beim AMS notiert, 237 Architekten, 220 Handelswissenschafter, 224 Psychologen, 202 Biologen, 128 Elektrotechniker sowie 138 Absolventen der bildenden und angewandten Künste.
Negativ entwickelt hat sich im vergangenen Jahr auch die Vormerkdauer der arbeitslosen Akademiker. Durchschnittlich sind es jetzt 147 Tage, ein Plus von neun Tagen. Frauen sind mit durchschnittlich 118 Tagen deutlich kürzer beim AMS angemeldet als Männer mit 178 Tagen. 3.366 männliche Akademiker und 3.060 weibliche waren im September österreichweit arbeitslos.
An Fachhochschulabsolventen waren September 2002 304 ohne Job und beim AMS vermerkt. Das bedeutet ein Plus von 172 gegenüber einem Jahr zuvor. Mit der Zahl von 21 die meisten Arbeitslosen produzierte dabei der Studiengang für Wirtschaftsberatende Berufe in Wr. Neustadt, gefolgt vom Studiengang für Automatisierte Anlagen und Prozesstechnik in Wels und dem Tourismus-Management in Wien (je 14 Arbeitslose).
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