"Energie Austria" unterschrieben
- Verträge nächste Woche nach Brüssel
Die "österreichische Stromlösung" zwischen Verbund und den EnergieAllianz-Partnern ist endgültig besiegelt: Die Konsortialverträge zur "Energie Austria", die noch am heutigen Freitag unterschrieben werden sollen, gehen kommende Woche zur kartellrechtlichen Prüfung an die zuständige Wettbewerbs-Generaldirektion der EU-Kommission.
Bis Jahresende 2002 soll klar sein, ob Brüssel die weitreichende Kooperation in Stromerzeugung, -handel und -vertrieb rasch und ohne Auflagen noch bis Jänner 2003 genehmigt oder ob ein vertieftes Prüfverfahren kommt, das bis zu fünf Monate lang dauern kann. Geplant ist der Zusammenschluss gesellschaftsrechtlich nach wie vor per 1. Jänner 2003, auch wenn die operative Umsetzung unter Umständen bis Sommer kommenden Jahres dauert.
Bei der Unterzeichnung der Widmungs- und Patronanzerklärung zu den Konsortialverträgen bekannten sich heute die Mitglieder des politischen Lenkungsausschusses - mit Verbund-Eigentümervertreter Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V), Wiens Vizebürgermeister Sepp Rieder (S) und NÖ-Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka (V) an der Spitze - zur "Unumkehrbarkeit" der "österreichischen Stromlösung".
Das Vertragskonvolut, das samt allen Beilagen, Satzungen, Stromlieferverträgen usw. nach Brüssel gehen soll, sei schließlich auch schon von allen Aufsichtsräten der beteiligten Stromunternehmen verabschiedet worden, betonten Vertreter der E-Wirtschaft. Allerdings wird nach Abschluss der Prüfung durch die EU-Kommission formal nach dem Closing nochmals eine Vertragsunterfertigung erfolgen.
Mit der Strom-Kooperation von Verbund und EnergieAllianz-Partnern (EVN, Wiener Staddtwerke, Energie AG Oberösterreich, BEWAG und BEGAS sowie Linz AG) entsteht mit knapp 100 Terawattstunden (TWh) Stromvolumen im Jahr der achtgrößte Stromhändler in der EU, gleich hinter Vattenfall und noch vor EnBW, so Bartenstein am Freitag in einem Pressegespräch. Erwartet wird durch den Zusammenschluss die Hebung eines Synergiepotenzials von 70 bis 80 Mill. Euro im Jahr, das sich etwa gleich auf beide Beteiligte verteilt.
Gemeinsam werden eine Handels- und eine Vertriebsgesellschaft die zentralen Säulen der Strom-Ehe bilden, die von Verbund und EnergieAllianz im Verhältnis 2/3 zu 1/3 (Handel) sowie 1/3 zu 2/3 (Vertrieb) getragen werden. Durch einen nach wie vor offenen, aber von der Politik ersehnten Beitritt der Steiermark (EStAG) und Salzburgs (Salzburg AG) oder auch anderer heimischer Stromversorger zur "Energie Austria" soll in den beiden Kerngesellschaften der jeweilige Zweidrittel-Partner nicht unter 50 Prozent und der Drittel-Partner nicht unter 25 Prozent fallen. Ein Austritt aus der "Energie Allianz" ist frühestens nach elf Jahren möglich, da der Pakt
- bei einjähriger Kündigungsfrist - zunächst zehn Jahre läuft.
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