ABB will mit Jobabbau & neuer Struktur wieder auf Kurs
- ABB-Belegschaft könnte auf 106.000 Personen sinken
- 800 Mill. Dollar sollen eingespart werden
Der angeschlagene schwedisch-schweizerische Elektro- und Technologiekonzern ABB soll mit drastischem Personalabbau, massiver Kostensenkung und Firmenverkäufen wieder auf Kurs gebracht werden. Wie viele Stellen im Zuge der tief greifenden Umstrukturierung wegfallen, sagte ABB-Chef Jürgen Dormann am Freitag in Zürich nicht. Er deutete jedoch an, dass um die 10.000 Stellen gestrichen werden könnten.
Durch die geplanten Veräußerungen von weiteren Geschäftsfeldern dürfte sich die Mitarbeiterzahl noch einmal um 30.000 verringern, so dass die ABB-Belegschaft weltweit möglicherweise auf 106.000 Personen anstatt jetzt 146.000 schrumpft.
"Wir brauchen radikale und sehr schnelle Veränderungen, um die Rentabilität wieder herzustellen", sagte Dormann. "Der Startschuss für die Gesundung ist gefallen", betonte er. Er korrigierte zugleich die Ertragsziele deutlich nach unten. Im laufenden Jahr werde bei stagnierendem oder rückläufigem Umsatz eine Betriebsgewinnmarge von nur noch 1,5 Prozent erwartet, die 2003 auf 4,0 und 2005 auf 8,0 Prozent klettern soll. Beim Umsatz wird bis 2005 ein Wachstum von jährlich vier Prozent angepeilt.
Das neue Umbauprogramm von Anfang 2003 bis Mitte 2004 laufen. Auch im Management stehen Stellen zur Disposition. Die Geschäftsleitung soll von sieben auf fünf Personen verkleinert werden. Ziel sei es, die Kosten in Höhe von vier Prozent des Umsatzes oder rund 800 Mill. US-Dollar (799 Mill. Euro) zu senken. Derzeit läuft bereits ein Kostenreduzierungsprogramm, das bis Mitte 2003 zu Einsparungen von 500 Mill. Dollar führen soll.
Nach der Veräußerung der Finanzsparte für 2,3 Mrd. Dollar an General Electric, die die EU-Kommission am vergangenen Dienstag genehmigt hat, will ABB im kommenden Jahr auch den Bereich Öl, Gas und Petrochemie sowie die Gebäudetechnik abstoßen. Übrig bleiben damit die rentablen Kernbereiche Energietechnik und Automationstechnik. Die Erlöse aus den Verkäufen dienen dem Abbau der Schulden, die bis 2005 auf 4,0 Mrd. Dollar sinken sollen.
Zuversichtlich äußerte sich Dormann zur Lösung des Asbestproblems in den USA. Im Rahmen eines speziellen Konkursverfahrens für die US- Tochter Combustion Engineering (CE) werde mit den Klägern über Schadenersatz verhandelt. Die Gesamtkosten für die Abgeltung aller anhängigen und künftigen Ansprüche von Geschädigten hatte ABB vor wenigen Tagen auf rund 1,1 Mrd. Dollar beziffert.
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