Donnerstag, 7. November 2002

Deutsche Arbeitslosenzahl unter vier Millionen

  • Die Arbeitslosenquote betrug 9,4 Prozent

Trotz der üblichen Herbstbelebung ist die Zahl der Arbeitslosen im Oktober nur leicht zurückgegangen. Wie die Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit am Donnerstag mitteilte, waren im vergangenen Monat in Deutschland 3,93 Millionen Menschen ohne Arbeit und damit 12.100 weniger als im September. In den drei Jahren zuvor war die Arbeitslosigkeit von September auf Oktober durchschnittlich um 50.400 zurückgegangen. Im Vergleich zum Oktober vor einem Jahr stieg die Arbeitslosigkeit sogar um 204.282. Damit wurde der höchste Stand der Arbeitslosigkeit in einem Oktober seit fünf Jahren erreicht. Die bundesweite Arbeitslosenquote sank leicht auf 9,4 Prozent.

Nach den Angaben des Chefs der Bundesanstalt, Florian Gerster, nahm die Arbeitslosigkeit allein wegen der üblichen Herbstbelebung ab. Traditionell sind der September und der Oktober die Monate mit der geringsten Arbeitslosenzahl. Wie Gerster sagte, hätte sich die Arbeitslosigkeit ohne die Vermittlungsoffensive der Arbeitsämter und die Umsetzung des Job-AQTIV-Gesetzes noch ungünstiger entwickelt. Insgesamt sei er "gar nicht so unzufrieden mit der Entwicklung", da angesichts der Wachstumsschwäche der deutschen Wirtschaft noch schlechtere Zahlen möglich gewesen wären.

Saisonbereinigt verzeichneten die Arbeitsämter einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Nach Angaben Gersters stieg die von jahreszeitlichen Effekten bereinigte Arbeitslosenzahl im Oktober spürbar um 22.000, nachdem sie im gesamten dritten Quartal noch stagniert hatte. Auch die Zahl der Erwerbstätigen ging saisonbereinigt zurück, sie sank nach den jüngsten vorliegenden Zahlen im August um 64.000. Nach den Worten Gersters zeigt dies die jüngste gesamtwirtschaftliche Verschlechterung des Arbeitsmarkts. Nicht saisonbereinigt erhöhte sich die Erwerbstätigkeit nach den jüngsten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von Juli auf August leicht um 24.000 auf 38,69 Millionen. Dies waren aber 310.000 oder 0,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Oktober entfiel laut Bundesanstalt ausschließlich auf die neuen Länder. Hier waren zuletzt 1,324 Millionen Menschen ohne Job und damit 22.900 weniger als vor einem Monat. Die Arbeitslosenquote lag im Osten bei 16,9 Prozent. Laut Gerster hing die relativ günstige Entwicklung in den neuen Ländern mit einer Abnahme der Arbeitssuchenden durch Wanderungs- und Pendlerbewegungen zusammen sowie der geringeren Abhängigkeit der dortigen Industrie vom Export. Im Westen stieg die Arbeitslosigkeit dagegen um 10.800 auf 2,61 Millionen. Die Quote lag dort unverändert bei 7,7 Prozent.

Ein positives Fazit zog die Bundesanstalt bei der Vermittlung Behinderter. So sei die Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter deutlich abgebaut worden. Ende Oktober seien noch 144.300 arbeitslose Schwerbehinderte registriert worden, 24 Prozent weniger als im Oktober 1999. Damit sei das von der Bundesregierung gesteckte Ziel, die Arbeitslosigkeit in diesem Zeitraum um 25 Prozent zu reduzieren, fast erreicht worden.

7.11.2002 11:01

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