Umstrittener Chef der US-Börsenaufsicht geht
- Nach Vorwürfen wegen Bestellung von Wirtschaftsprüfer
Der seit Monaten heftig umstrittene Chef der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission), Harvey Pitt, ist zurückgetreten. Das Weiße Haus nahm den Rücktritt an, meldete der US-Nachrichtensender CNN Dienstagabend mitten in der Berichterstattung zu den US-Zwischenwahlen.
Pitt wurde zu große Nähe zu den Buchprüfungsfirmen vorgeworfen, denen Mitverantwortung an den schweren Bilanz-Skandalen von Großunternehmen gegeben wird. US-Präsident George W. Bush hatte Pitt lange unterstützt, zuletzt jedoch auch seine Skepsis erkennen lassen.
Zum Stolperstein wurde Pitt offenbar die Wahl des früheren Geheimdienstchefs William Webster zum Leiter der neuen Aufsichtsbehörde für Wirtschaftsprüfer. Diese Wahl wird nun selbst Gegenstand einer Untersuchung. Pitt hatte vor der knappen Entscheidung den Mitgliedern seiner Behörde verschwiegen, dass Webster dem Prüfungsausschuss der fast insolventen US-Firma U.S. Technologies vorstand. Webster, 78-jähriger ehemaliger Chef der US-Bundespolizei FBI und des Geheimdienstes CIA, sollte den Bilanzskandalen bei US-Unternehmen und deren Wirtschaftsprüfern ein Ende bereiten.
Webster war von der SEC mit starker Unterstützung Pitts mit drei zu zwei Stimmen zum Leiter des neuen Aufsichtsgremiums gewählt worden. Webster hatte Pitt von seiner Tätigkeit bei U.S. Technologies berichtet. Der SEC-Chef hatte dies aber den anderen Mitgliedern der Aufsichtsbehörde und dem Weißen Haus vorenthalten.
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