Dienstag, 5. November 2002

Wifo: Budgetdefizit 2002 wird 1,5 % nicht überschreiten

  • Prognose des Finanzministeriums nach Oktober-Daten wieder

Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) hat seine Prognosen zum Budgetdefizit 2002 wieder nach unten revidiert und damit die Prognosen von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) nachträglich bestätigt. Nach den bisherigen Oktober-Zahlen geht Wifo-Chef Helmut Kramer nun davon aus, dass das Defizit "aller Voraussicht nach die Größenordnung von 1,5 Prozent des BIP nicht überschreiten" wird. Zuletzt hatte er pessimistischer 1,5 bis 2 Prozent Defizit prognostiziert.
Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) hat seine Prognosen zum Budgetdefizit 2002 wieder nach unten revidiert und damit die Prognosen von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F) nachträglich bestätigt. Nach den bisherigen Oktober-Zahlen geht Wifo-Chef Helmut Kramer nun davon aus, dass das Defizit "aller Voraussicht nach die Größenordnung von 1,5 Prozent des BIP nicht überschreiten" wird. Zuletzt hatte er pessimistischer 1,5 bis 2 Prozent Defizit prognostiziert.

Die jüngst geäußerten Befürchtungen hätten sich unter anderem auf die Entwicklung der Steuereinnahmen bis August/September gestützt, so Kramer Mittwochnachmittag in einer Aussendung. Nach den jüngsten Daten habe sich aber eine starke Verlagerung von Abgaben in den Oktober gezeigt. Steuern hätten ohne Säumniszuschläge und Verzugszinsen bis 30. September entrichtet werden können, seien jedoch erst im Oktober kassenwirksam geworden. Dies gestatte nun "die Annahme, dass die im Finanzministerium angestellten Schätzungen des Jahreserfolgs zutreffen dürften".

Zuvor hatte Wifo-Konjunktur-Experte und SPÖ-Nationalratskandidat Markus Marterbauer bei einer Pressekonferenz ein gesamtstaatliches Defizit von heuer etwa zwei Prozent des BIP noch bekräftigt. Marterbauer darf allerdings keine fachlichen Expertisen im Namen des Institutes mehr erstellen, um die politische Unabhängigkeit des Hauses außer Streit zu stellen.

Zu dieser Regelung kam es, nachdem Marterbauer in einem Interview erklärt hatte, dass Österreich 2001 ausschließlich wegen des restriktiven Budgetsparkurses mit einem realen BIP-Wachstum von 0,7 Prozent an die vorletzte Stelle aller EU-Staaten zurück gefallen war. Kramer teilte diese Ansicht nicht.

5.11.2002 12:25