Missbrauchsgefahr bei Bankomatkarten - Klagsdrohung
- Minister ließ BA-CA "stellvertretend für alle Banken" abmahnen
- BA-CA verwundert und befremdet über Wortwahl
Das Match Böhmdorfer gegen Banken geht in eine weitere Runde.Der Justiz- und Konsumentenschutzminister hat nun - stellvertretend für alle Banken - die Bankomatbedingungen der Bank Austria-Creditanstalt (BA-CA) durch den Verein für Konsumenteninformation (VKI) abmahnen lassen. Und droht mit Klage.
Grund für den ministeriellen Schritt: Vielen Konsumenten sei das Gesamtrisiko durch Missbrauch von Bankomatkarten nicht bewusst, was Böhmdorfer zum Teil den Banken zuschreibt. Insgesamt 16 Klauseln im "Kleingedruckten" der BA-CA seien, wie auch bei den anderen österreichischen Banken, "gesetzwidrig" und deshalb auf Initiative von Böhmdorfer abgemahnt worden.
Sperre erst nach 4 Stunden
Abgemahnt wurden u.a. die Möglichkeit der Bank zur einseitigen Festlegung des täglichen Behebungslimits, die Einhebung eines Entgeltes pro Behebung sowie "die Überwälzung des Missbrauchsrisikos auf den Kunden". Beanstandet wird, dass die Sperre der Bankomatkarte nicht wie bei Kreditkarten üblich sofort, sondern erst nach 4 Stunden erfolge. Bei Behebung über einen Foyer-Automaten in einer Bankfiliale sei die Sperre unter Umständen überhaupt erst nach persönlicher Meldung in der kontoführenden Zweigstelle am nächsten Bankwerktag gültig.
Diebe gehen bis ans Limit
In letzter Zeit hätten sich nicht nur in der Konsumentenschutzsektion des Justizministeriums die Beschwerden über Missbrauch mit Bankomatkarten gehäuft, erläuterte das Ministerium. Meist werde den betroffenen Kunden die Karte entwendet und in der Folge oft Konten sogar bis zur Ausnutzung des Überziehungsrahmens leergeräumt. "Ein enormes finanzielles Risiko, das vielen nicht bewusst ist", meint Böhmdorfer.
"Wenn die Bank Austria keine Klage riskieren will, dann muss sie innerhalb von zwei Wochen erklären, dass sie sich den Kunden gegenüber nicht mehr auf diese insgesamt 16 gesetzwidrigen Klauseln beruft", warnte Böhmdorfer heute. Er hält es aber ohnedies höchst an der Zeit, "die Gesetzmäßigkeit dieser Bestimmungen herzustellen".
BA-CA verwundert
Grundsätzlich sei man aber für die "Anregungen" des Herrn Justizministers "dankbar" und werde diese überprüfen. Die BA-CA zeigte sich aber "befremdet über Wortwahl und Ultimatum" des Ministers.
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