Arbeiterstreik in Südkorea nach einem Tag beendet
- Arbeitsniederlegung gegen Bedingungen für 5-Tage-Woche
- 120.000 Beschäftigte nahmen teil
Nach nur einem Tag ist am Dienstag ein Streik von zehntausenden südkoreanischen Arbeitern aus Protest gegen ein geplantes Gesetz zur Einführung der Fünf-Tage-Woche beendet worden. Das teilte der zweitgrößte Gewerkschaftsverband KCTU in Seoul am Abend mit.
Zuvor hatte das Parlament die für diese Woche vorgesehene Behandlung des Regierungsentwurfs auf Anfang des nächsten Jahres verschoben.
Zwar sind sich die Gewerkschaften mit der Regierung einig bei der Verkürzung der gesetzlichen Wochenarbeitszeit von derzeit 44 auf 40 Stunden. Doch lehnen sie den vom Kabinett im Oktober beschlossenen Gesetzentwurf zur stufenweise Einführung der kürzeren Arbeitszeit ab. Die KCTU kritisierte unter anderem die geplante Streichung von bezahlten Feiertagen und die Erhöhung der maximalen Zahl von Überstunden auf 16 Stunden als Ausgleich ab.
Nach Angaben der KCTU beteiligten sich landesweit etwa 120.000 Beschäftigte an den Arbeitsniederlegungen mit dem Schwerpunkt in der Autoindustrie. Das Arbeitsministeriums in Seoul sprach von 80.000 Streikenden. Die Arbeitsniederlegungen in der Industrie fielen mit Streikaktionen im öffentlichen Dienst zusammen. Etwa 15.000 Mitglieder der offiziell nicht anerkannten Gewerkschaft für Staatsangestellte (KGEU) befanden sich seit Montag im Ausstand. Mit der Aktion wollten die Streikenden ihrer Forderung nach Anerkennung als Gewerkschaft und damit mehr Verhandlungsrechten Nachdruck verleihen. Mehr als 700 Streikende wurden am Montagabend bei einer Protestkundgebung auf dem Gelände einer Universität in Seoul festgenommen.
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