Südtiroler Sparkasse will Erster Teilverkauf anbieten
Die Stiftung Südtiroler Sparkasse (SüdSpa), die ihre Aktienmehrheit an der Sparkasse durch ein neues italienisches Bankengesetz (Tremonti-Gesetz) bis Mitte Juni nächsten Jahres abgeben muss, verkauft 20 Prozent der Anteile. Nach Verhandlungen mit der lombardischen Banco Popolare di Lodi will man nun mit der österreichischen Erste Bank Kontakt aufnehmen.
"Wenn die Südtiroler Sparkasse an uns herantritt, sind wir gerne zu Gesprächen bereit, sagte "Erste-Boss" Andreas Treichl gegenüber der Zeitung "Dolomiten". Genaueres über den Verkauf sei der Erste Bank vorerst aber noch nicht bekannt. Zur konkreten Kontaktaufnahme sei es ebenfalls noch nicht gekommen, teilten Vertreter der Erste Bank am Montag der APA auf Anfrage mit.
Die SüdSpa hoffe darauf in den Verhandlungen mit der Ersten Bank eine "persönliche Karte" ausspielen zu können. Sparkassendirektor Timothy Brooks und "Erste-Boss" Treichl verbindet eine gemeinsame Vergangenheit bei der Chase Manhattan Bank. Brooks war bis 1989 Leiter der Mailändischen Niederlassung, während Treichl die Niederlassung in Wien leitete.
Bei den bisherigen Verkaufsverhandlungen mit der lombardischen Banco Popolare di Lodi seien dem Geldinstitut mehrere Vetorechte eines Mehrheitsaktionärs trotz Minderheitenbeteiligung von 20 Prozent eingeräumt worden. Der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) forderte am Montag in der Südtiroler Tageszeitung "Dolomiten", dass eine "nördliche" etwa österreichische oder deutsche Bank das gleiche Recht haben sollten.
"Nördliches" Gegengewicht
Wenn die Entscheidung dennoch auf Lodi falle, dann nur, wenn ein nördliches Geldinstitut ein Gleichgewicht zur lombardischen Großbank bilde. "Wir müssen dafür sorgen, dass die Entscheidungen der Sparkasse auch weiterhin in Südtirol und von Südtirolern getroffen werden", meinte Durnwalder. Außerdem glaube er, dass an dem Vertrag mit Lodi vor der endgültigen Unterzeichnung noch Abänderungen zu Gunsten der Stiftung möglich seien.
Die Erste Bank ist seit Jahresbeginn mehrheitlich an der Tiroler Sparkasse (TiSpa) mit Sitz in Innsbruck beteiligt.
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