Telekom-Regulator stoppt Tele2-Mobilfunk-Ambitionen
- Kommission: Braucht eigene Sendeanlagen
- Tele2: Hoffen auf Gesetzesnovelle bis Mitte nächsten Jahres

Die Mobilfunk-Ambitionen des österreichischen Festnetz- und Internetbetreibers Tele2 sind vorerst gestoppt. Die Telekom-Kontroll-Kommission (TKK) hat Tele2 die "Lizenz zum Funken" vorerst verweigert. Der nach eigenen Angaben zweitgrößte heimische Festnetz-Anbieter wollte ursprünglich noch 2002 mit der Vorwahl "0688" als "virtueller Netzbetreiber" (MVNO) über die Sendeanlagen von One ins Mobilfunkgeschäft einsteigen.
Laut TKK ist nach derzeitigem Recht für eine Konzession ein selbst betriebenes Telekommunikationsnetz Voraussetzung. Da bei Tele2 diese gesetzliche Voraussetzung nicht gegeben sei, habe die Kommission die Anträge auf Zusammenschaltung mit den Netzen der Telekom Austria, der Mobilkom, T-Mobile und tele.ring zurückzuweisen, so die Regulierungsbehörde am Montag in einer Aussendung.
Tele2 hofft auf Gesetzesnovelle
Gestorben ist der Mobilfunk-Start von Tele2 aber noch nicht. Das Unternehmen hofft nun auf die anstehende Novelle des Telekom-Gesetzes bis Mitte nächsten Jahres. Spätestens dann sollte - "nach konformer Umsetzung der neuen EU-Richtlinien" - das MVNO-Modell auch auch in Österreich umgesetzt werden können, meinte Tele2 Österreich-Geschäftsführer Norbert Wieser in einer Reaktion auf das Urteil.
In der nunmehrigen Entscheidung der TKK sieht Wieser eine "totale Kehrtwendung" des Regulators und eine "Missachtung der vorhandenen EU-Empfehlung". Das Unternehmen, das nach eigenen Angaben bereits Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe getätigt hat, will den Beschluss daher mit "den entsprechenden Mitteln bekämpfen".
Die TKK verweist auf die bestehende Rechtslage, betont aber: "Aus wettbewerblichen Gründen würde es die Kommission begrüßen, wenn der Gesetzgeber den rechtlichen Rahmen zur Tätigkeit von MVNOs in Österreich schaffen würde." Tele2 rechnet damit, dass mit dem Einstieg die Gesprächskosten im Mobilfunk sinken würden, weil die Sendeanlagen besser ausgelastet und damit die Gesamtkosten gesenkt würden.
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