ABN Amro steigert Gewinn im 3. Quartal auf 591 Mio.€
- dank Kosteneinsparungen - nach 476 Millionen Euro im Vorjahr
- Marktumfeld wird sich bis Ende 2002 nicht verbessern

Die größte niederländische Bank ABN Amro hat - unter anderem auf Grund von Kosteneinsparungen - im dritten Quartal den Gewinn um 24,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesteigert. Die Bank, die den Großteil ihrer Erträge im Privatkundengeschäft generiert, bezifferte den Nettogewinn am Montag auf 591 Mill. Euro, nach 476 Mill. Euro im gleichen Vorjahreszeitraum.
Analysten hatten für das dritte Quartal im Schnitt mit einem Gewinn von 564 Mill. Euro gerechnet. ABN Amro bekräftigte zugleich den bisherigen Ausblick für das Gesamtjahr, wonach das Unternehmen einen zum Vorjahr gleich bleibenden Gewinn erwartet. Das Betriebsergebnis für das dritte Quartal wird mit 1,32 (1,22) Mrd. Euro angegeben.
In den ersten neun Monaten 2002 ist der Gewinn gegenüber 2001 um 45,5 Prozent zurückgegangen, von 2,79 Mrd. Euro auf 1,52 Mrd. Euro. Ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen betrug der Rückgang 5,6 Prozent: von 1,83 Mrd. Euro Ende September 2001 auf 1,72 Mrd. Euro zum Ende September 2002. Für das Gesamtjahr erwartet die Bank weiterhin einen Gewinn etwa in Vorjahreshöhe.
Die Risikorückstellungen wurden 2002 deutlich erhöht. Sie erreichten in den ersten neun Monaten 1,3 Mrd. Euro und lagen damit um 58,3 Prozent über dem Vergleichszeitraum.(2001: 828 Mill. Euro). Im dritten Quartal 2002 allein war der Betrag allerdings geringer als im vorangegangenen Vierteljahr: Mit 338 Mill. Euro fiel der Betrag für Rückstellung um 42 Prozent geringer aus als im vorangegangenen Quartal.
Auf den Einbruch der Aktienmärkte, der die gesamte Branche durch Wertminderungen und ausbleibende Transaktionsgebühren belastet, hatte ABN Amro mit Kosteneinsparungen vor allem im Investment Banking reagiert. So hatte die Finanzgruppe ihre Aktienmarkt-Aktivitäten in den USA und Japan geschlossen.
ABN Amro rechnet bis zum Ende dieses Jahres nicht mit einer Verbesserung des Marktumfeldes. Wie es in der Erklärung zur Drittquartalsergebnissen am Montag weiter heißt, hält das Management jedoch daran fest, die im Februar gesetzten Jahresziele erreichen zu können. Die allgemeine Performance im Berichtsquartal sei als gut einzuschätzen, trotz negativer Währungseinflüsse und der schwierigen Rahmenbedingungen. Umstrukturierungen und Kostensenkungen begännen sich spürbar auszuwirken, teilte das Finanzinstitut mit.
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