Neue Überwachungs-Technologie erobert das Spielfeld
- Schiris mit Funkausrüstung, Chips an Spielern und Bällen

Elektronische Hilfen für Fußball-Schiedsrichter: Seit Jahren wird darüber heiß diskutiert. So wurden in Frankreich am Samstag beim Spiel Lille-Nantes erstmals Schiris und Linienrichter "verdrahtet" und standen über Kopfhörer und Mikro die ganze Zeit miteinander in Verbindung. Ein noch ausgefeilteres elektronisches Überwachungssystem hat die oberösterreichische Firma Abatec entwickelt - und die FIFA ist "sehr interessiert".
Das Elektronikunternehmen Abatec aus Regau hat die so genannte "LPM"-Technologie entwickelt. LPM steht für Local Position Measurement. Über sieben Mess-Stationen wird dabei laufend die Position von Spielern und Ball bestimmt. Jeder Spieler und der Ball tragen dabei einen Mikrotransponder, der ihre genaue Position angibt. Entscheidende Situationen wie Abseits oder Tore können so mit 100%iger Sicherheit erfasst werden, berichtet die Kronen Zeitung. Der Referee bekommt die Daten innerhalb von Sekundenbruchteilen auf eine Info-Uhr übermittelt.
Autorität des Schiedsrichters retten
Das System würde einen "Ober-Referee" am Spielfeldrand überflüssig machen, lähmende Unterbrechungen zur Datenkontrolle könnten wegfallen. Die Autorität des Schiedsrichters, die zuletzt durch Fernseh-Analysen und Zeitlupen-Wiederholungen stark gelitten hat, könnte wieder hergestellt werden.
Nach ersten Begutachtungen ist die FIFA an dem System interessiert. Bis es tatsächlich zum Einsatz kommt, müssen aber noch die Chips kleiner und unauffälliger werden. Daran wird jetzt mit Hochdruck gearbeitet. In der Zwischenzeit tut man, was man mit den heutigen Mitteln schon tun kann: Die Kommunikation zwischen Schiri und Linienrichter wird verbessert.
Französische Schiris mit Mikro und Kopfhörer
In der französischen Fußball-Meisterschaft wurde mit dem Experiment am Samstag die Kommunikation zwischen dem Schiedsrichter und seinen Assistenten verbessert. Der Unparteiische wurde ebenso wie seine Kollegen mit Kopfhörern und einem Mikrofon ausgestattet.
Das Resümee: "Das System vereinfacht die Arbeit ungemein", sagte Referee Laurent Duhamel nach dem Spiel. "Auswechslungen und Karten-Notierungen gehen zügiger voran, das Spiel wird viel flüssiger." Der einzige Nachteil war laut Duhamel, dass die Ausrüstung relativ schwer sei.
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