Kosmetik-Tests: Stopp der Tierversuche - ab 2009
- Sicherheit der Konsumenten soll nicht gefährdet werden
- Schwer zu ersetzende Tests könnten bis 2013 weiter laufen
Das Leiden der Tiere für die Schönheit der Menschen muss ein Ende haben! Deshalb hat die EU jetzt ein Verbot von Tierversuchen für Kosmetika vereinbart. Es soll ab 2009 gelten. Bis dahin muss nach Alternativen gesucht werden. Schwer zu ersetzende Tests könnten aber noch bis 2013 weiter laufen. Denn die Sicherheit der Konsumenten soll nicht gefährdet werden.
Das Europäische Parlament und die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten haben sich auf ein Verbot von Tierversuchen für Kosmetika ab 2009 geeinigt. Das gesetzliche Verbot von Tierversuchen zur Herstellung von Kosmetika soll aber nicht die Sicherheit der Konsumenten gefährden, hieß es in einer Mitteilung der dänischen EU-Präsidentschaft.
Bis 2009 müsse nach Alternativen zu den Versuchen an Tieren gesucht werden. Einige schwer zu ersetzende Tests könnten jedoch bis 2013 weiter laufen. Die neuen Richtlinien sollen außerdem ein Einfuhr- sowie Vermarktungsverbot für kosmetische Produkte enthalten, die mit Hilfe von Tierversuchen entwickelt worden sind.
Wissenschafter nutzen oftmals Tiere, um gesundheitliche Risiken wie allergische Reaktionen zu testen. Tierschützern zufolge werden in der EU jährlich etwa 30.000 Tiere zur Herstellung von Kosmetika zu Versuchen herangezogen.
Das Europäische Parlament und die EU-Staaten hatten sich erst nach zwölfstündigen kontroversen Beratungen geeinigt. Einige Länder hatten befürchtet, dass das Gesetz den Richtlinien der Welthandelsorganisation WTO zuwiderlaufen und zu einem Handelsstreit führen könnte. Abgeordnete des Europäischen Parlaments äußerten sich hingegen darüber besorgt, dass ein auf die EU beschränktes Verbot zu einer Verlegung der Tierversuche in andere Länder führen könnte.
Der dänische Umweltminister Christian Schmidt bezeichnete das geplante Gesetz als einen großen Sieg für den Tierschutz. Die Zeit bis zum In-Kraft-Treten der Bestimmungen müsse von den Regierungen, der Industrie als auch von Forschungsinstituten genutzt werden, um alternative Testmethoden zu entwickeln.
Die Industrie und nationale EU-Regierungen hatten zunächst dafür plädiert, Tierversuche erst auslaufen zu lassen, wenn Alternativen vorhanden seien. Die Europa-Parlamentarier hatten hingegen argumentiert, dass die Industrie ohne eine feste Frist nicht genügend Druck zur Entwicklung von Alternativen verspüren würde.
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