Überwältigende Abfuhr für spanisch-britische Pläne
- Bei Referendum fast 99 Prozent gegen geteilte Souveränität

Die Einwohner Gibraltars haben Plänen für eine zwischen Spanien und Großbritannien geteilte Herrschaft über die britische Kronkolonie eine deutliche Absage erteilt. In einem Referendum stimmten fast 99 Prozent der Wahlberechtigten gegen die britisch-spanischen Pläne, wie die amtlichen Ergebnisse am Freitag zeigten.
88 Prozent der mehr als 20.000 Wahlberechtigten hatten sich an der Abstimmung beteiligt. Den Kompromiss über eine geteilte Souveränität, der sich nach jahrelangen Verhandlungen zwischen London und Madrid abzeichnet, lehnen sowohl Regionalregierung als auch Opposition in Gibraltar ab. Die Abstimmung wird von Großbritannien und Spanien nicht anerkannt.
Nach jahrelangen Verhandlungen hatten sich London und Madrid im Juli auf die wesentlichen Grundzüge einer geteilten Souveränität verständigt. Uneinigkeit herrscht noch über die Kontrolle der Militärstützpunkte. Außerdem fordert Spanien eine zeitliche Begrenzung der britischen Kontrolle, während London die Teilung der Herrschaft für immer fest schreiben will. Beobachter schließen ein endgültiges Scheitern der Verhandlungen nicht aus.
Das im äußersten Süden der iberischen Halbinsel liegende Gibraltar wurde 1704 von Großbritannien besetzt und 1713 der britischen Krone zugesprochen. Seitdem ist das strategisch günstig gelegene Territorium Zankapfel. Seit 1964 hat der "Affenfels" eine weit gehend autonome Regionalregierung, ausgenommen sind Fragen der Inneren Sicherheit und der Verteidigung. Viele Einwohner fürchten bei einer Einverleibung durch Spanien um ihre Vorteile: Gibraltar ist Steuerparadies und bedeutender Finanzstandort. Die Wirtschaft floriert auch dank zahlreicher Touristen.
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