Die Erde zittert weltweit: Europa, Asien und Alaska
- Opfer des schweren Erdbebens in Mittelitalien beigesetzt
- Die Bilder: Trauer um die Erdbebenopfer (Kasten rechts)
Die Erde bebt - und zwar weltweit. Am Sonntag verabschiedete sich ganz Italien von den 26 Kindern und drei Erwachsenen, die in den vergangenen Tagen bei den verheerenden Erdstößen in Mittelitalien starben. Heute früh erschütterten neue Nachbeben den italienische Boden und auch in Alaska, Indonesien, Japan und Pakistan kam es zu schweren Erdbewegungen. Die Bilanz vorerst: Mindestens 10 Tote und Dutzende Verletzte.
In ganz Italien wehten am Sonntag die Fahnen am Halbmast. Tausende verabschiedeten sich in der kleinen süditalienischen Ortschaft San Giuliano von den 26 Kindern und den drei Erwachsenen, die beim Erdbeben am Donnerstag ums Leben gekommen sind. Eine ganze Gemeinde, die nach den wiederholten Erdstößen der vergangenen Tagen ihr Vertrauen in die Zukunft verloren hat, versammelte sich vor der Sporthalle, um ihre Solidarität mit den Hinterbliebenen zu bekunden.
Unter großer Anteilnahme wurden die Särge von der Sporthalle, die als Leichenhaus gedient hatte, bis zum Altar auf einem Gelände außerhalb der Ortschaft gebracht. Getragen wurden sie von Mitgliedern der Rettungsmannschaften, die bis zuletzt in den Trümmern des Gebäudes gegraben und die Hoffnung nicht verloren hatten, Überlebende retten zu können. Vor die Särge wurden Blumen, Plüschtiere, Gedichte und Fotos gelegt.
Mittelitalien erneut erschüttert
In der mittelitalienischen Region Molise hat es am Montagmorgen wieder mehrere Erdstöße gegeben. Einer hatte die Stärke 4,2 auf der Richterskala und sei von der Bevölkerung deutlich zu spüren gewesen, berichtete das italienische Fernsehen. Es seien aber zunächst keine größeren Schäden gemeldet worden.
Weltweite Bebenzunahme: Alaska, Pakistan und Fernost
Der US-Bundesstaat Alaska ist am Sonntag (Ortszeit) von einem Erdbeben der Stärke 7,9 auf der Richterskala erschüttert worden. Bei dem heftigen Erdstoß sei aber niemand schwer verletzt oder getötet worden, hieß es in Fernsehberichten. Nach Angaben der Polizei wurde nur eine Frau verletzt, die bei der Flucht aus ihrem Haus stürzte und sich den Arm brach. Durch das Beben wurden jedoch Straßen beschädigt sowie Schlamm- und Gesteinslawinen ausgelöst.
Die beiden Nord-Süd-Hauptverbindungen waren wegen starker Risse in den Fahrbahnen teilweise gesperrt. Die Öl-Pipeline, die sich quer durch Alaska zieht, wurde vorübergehend stillgelegt, um die Rohre auf Schäden zu überprüfen. Das Epizentrum lag in einer schwach besiedelten Region, rund 120 Kilometer südlich von Fairbanks in der Nähe des Mount McKinley.
Asien bebt heftig
Mehrere heftige Erdbeben haben am Wochenende verschiedene Regionen Asiens erschüttert. Im Norden Pakistans wurden am Sonntag acht Mitglieder einer Familie erschlagen, deren Haus bei einem Nachbeben zusammenstürzte. Ein Beben der Stärke 5 auf der Richterskala hatte am Samstag die Himalaya-Region erschüttert und Erdrutsche ausgelöst. Seitdem gab es etliche Nachbeben.
Sumatra: 300 Gebäude zerstört
Auf der indonesischen Insel Sumatra verloren am Samstag zwei Menschen durch ein starkes Erdbeben ihr Leben, mehr als 60 wurden verletzt. Mehr als 300 Gebäude wurden nach Behördenangaben vom Sonntag zerstört oder beschädigt. Die Erdbebenwarte in Jakarta registrierte eine Stärke von 5,5 auf der Richterskala. Australische Seismologen sprachen sogar von einer Stärke von 7,7. Das Epizentrum lag rund 40 Kilometer nördlich der Stadt Singkil im Meer.
Japan: Eine Verletzte
Ein Erdbeben der geschätzten Stärke von 5,6 auf der Richterskala hat am Montag die südliche japanische Hauptinsel Kyushu erschüttert. Berichte über Schäden oder Verletzte lagen jedoch zunächst nicht vor. Erst am Vortag hatten zwei stärkere Erdbeben den Nordosten des Inselreichs erschüttert. Dabei war eine Frau leicht verletzt worden. Wie die Meteorologische Behörde am Montag mitteilte, wurde das Epizentrum des neuen Bebens in rund 30 Kilometer Tiefe unter dem Meeresboden vor der Provinz Oita vermutet.
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