Sonntag, 10. November 2002

Wahl: Gusenbauers "Offener Brief" aus Knittelfeld

  • Erscheint in den Tageszeitungen als Inserat
  • Inhalt: Appell an FPÖ und ÖVP-Wähler!

SPÖ-Parteiobmann Alfred Gusenbauer hat Sonntagnachmittag in Knittelfeld einen "Offenen Brief" an alle, "die ÖVP und FPÖ vertraut haben und deren Vertrauen in den vergangenen zweieinhalb Jahren enttäuscht wurde", unterzeichnet. In Knittelfeld wurde mit einer FPÖ-Delegiertenversammlung Anfang September das Ende der schwarz-blauen Koalition besiegelt. In dem Schreiben, das in den morgigen Tageszeitungen als Inserat erscheinen wird, bezieht sich Gusenbauer auf die Selbstdarstellung der FPÖ als Partei des kleinen Mannes:

"Bitte fragen Sie sich jetzt: Hat die FPÖ an den 'kleinen Mann' gedacht? Anstatt auf die Menschen zu setzen, will sie die teuersten Kampfflugzeuge kaufen. Sie hat die Steuern erhöht, anstatt die Ausgaben zu senken. Und sie hat den sozialen Zusammenhalt untergraben, der unser Land ausgezeichnet hat."

Heute stünden die Wähler "vor gebrochenen Versprechen und unerfüllten Erwartungen. Vor Chaos statt Stabilität. Wir haben eine Regierung, die die Augen vor der Wirklichkeit und den Problemen verschließt", schreibt Gusenbauer.

Schwarz-Blau habe Österreich eine Rekordarbeitslosigkeit beschert, besonders unter den Jugendlichen, Steuererhöhungen von 1.300 Euro für jede Familie, gekürzte Pensionen, die künftig noch vom Auf und Ab der Börsenkurse abhängig sein sollen, und Ambulanzgebühren, die ein Zwei-Klassen-Gesundheitssystem schaffen. "Keine dieser beiden Parteien verdient Ihre Stimme", meint der SPÖ-Chef.

Gusenbauers Appell: "Wenn Sie am 24. November zur Wahl gehen, denken Sie an die gebrochenen Versprechen, denken Sie an die Zukunft. Die SPÖ ist bereit, mit Ihnen und Ihrer Familie den Weg in eine bessere Zukunft einzuschlagen."

Neben Gusenbauer haben auch die Quereinsteiger Wolfgang Petritsch, Josef Broukal und Gertraud Knoll den Brief unterschrieben.

10.11.2002 15:37