Linz: Haider greift wieder in den Bundeswahlkampf ein
- Kritik an Schüssel: Das werde man dem Kanzler "heimzahlen"...
- Haider warnt vor Schwarz-Rot
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Haider mit 15. Platz zufrieden!
Jörg Haider betritt wieder die Wahlkampfbühne. Bei einem Motivations-Frühschoppen in Linz trat er gemeinsam mit der neuen FPÖ-Spitze erstmals außerhalb Kärntens bei einer Wahlveranstaltung auf. Als Erstredner Haider bekam prompt den meisten Applaus. Bei seiner Rede führ Haider auch gleich schwere Geschütze gegen Kanzler Schüssel auf. Er meinte, Schüssel wolle die FP zerstören, und das werde er ihm "heimzahlen".
Zum Angebot von Schüssel, Grasser möge einem nächsten ÖVP-Kabinett angehören, meinte Haider, dass ein "gestandener Freiheitlicher" nicht tagelang brauche, um sich gegen das Angebot zu entscheiden. Er glaube auch, dass Grasser "den Verlockungen widerstehen" werde. Anderenfalls hätte er sich "sehr getäuscht".
"Schüssel will die FPÖ zerstören"
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel wolle die FPÖ "zerstören" und habe seinen Koalitionspartner "hundsmiserabel behandelt". Das werde man dem Kanzler "heimzahlen", sagte Haider, der alle Funktionäre aufrief, Neo-Obmann Herbert Haupt in den letzten Wochen des Wahlkampfes tatkräftig zu unterstützen. Man hätte "viel Zeit verloren".
Haider warnte vor einem "Rückfall in Rot-Schwarze Unsitten". "Die planen das", fügte er hinzu. Wer wie Schüssel so "treulos" mit der FPÖ umgehe, verdiene am 24. November kein Vertrauen der Wähler. Er hätte Schüssels Strategie jedenfalls durchschaut. Haider machte den Kanzler auch erneut für das Scheitern der Regierung verantwortlich. Die Steuerreform sei nicht wegen des Hochwassers sondern auf Drängen von VP-Landeshauptleuten verschoben worden. Die FPÖ sei hier "ein bisschen in die Falle gegangen".
Außerdem habe Schüssel "Angst gehabt", die im Regierungsprogramm festgeschriebenen Bedingungen zur EU-Erweiterung einhalten zu müssen. Wer auch nur einen "Funken an Patriotismus" in sich habe, müsse aber zuerst auf Österreich schauen, sagte Haider. Demonstratives Lob gab es für Haupt wegen der siebenjährigen Übergangsfristen für den Arbeitsmarkt nach einer Erweiterung. Der ÖVP warf er vor, eine "Erweiterung ohne Wenn und Aber" zu wollen. Neuerlich verteidigt Haider seine jüngste Irak-Reise.
Der Kärntner Landeshauptmann befindet sich auch wieder auf den neuen FPÖ-Wahlplakaten. Gemeinsam mit Haupt und dessen Stellvertretern Magda Bleckmann, Thomas Prinzhorn und Max Walch wirbt er mit dem Slogan "Für Österreich - ohne Wenn und Aber".
Grasser, Riess-Passer & Prinzhorn fehlten
Beim Frühschoppen anwesend war die gesamte neue FP-Spitze und alle FP-Landesobmänner. Nur Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, Finanzminister Karl-Heinz Grasser und der erkrankte Justizminister Dieter Böhmdorfer fehlten.
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