Pröll für Grasser als Finanzminister in SP-VP-Regierung
- Karl-Heinz Grasser im ÖVP-Team? FPÖ ist gespalten
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SPÖ und Grüne zur Quereinsteigerin
Niederösterreichs Landeshauptmann Pröll wirbt offen für ein Comeback der rot-schwarzen Koalition - mit Grasser als Finanzminister. Eine Neuauflage der Koalition mit der FPÖ hält Pröll dagegen für wenig wahrscheinlich. Die Bedenkzeit für Karl-Heinz Grasser läuft indes allmählich ab. Bis Anfang der Woche wollte er überlegen. Wird er das Schüssel-Anbot annehmen und Finanzminister im dessen Kompetenz-Team?
Von der SPÖ fordert Pröll, auch bei Platz 2 zu einer regierungsbeteiligung bereit zu sein. Signale der ÖVP gibt es auch an die Grünen. Die Tiroler Landesrätin und VP-Vizeobfrau Zanon sieht auch bei den Grünen pragmatische Kräfte, mit denen eine Zusammenarbeit vorstellbar sei.
Wieder zieht sich ein Riss durch die FPÖ
Einen Effekt hatte das "unmoralische" Angebot Schüssels in jedem Fall: Erneut zeichnet sich ein Riss in der krisengebeutelten FPÖ ab. Während Jörg Haider von seinem politischen Ziehsohn ein umgehendes Nein verlangt und Herbert Haupt ein "unsittliches Angebot" ortet, spricht Parteivize Thomas Prinzhorn Grasser Mut zu, die Aufgabe zu übernehmen. Eine "market"-Umfrage ergab, dass sich fast zwei Drittel der Österreicher Grasser als Finanzminister wünschen (siehe Kasten rechts).
Prinzhorn: "kluges Angebot der ÖVP"
Der stellvertretende FPÖ-Chef Thomas Prinzhorn spricht sich dafür aus, dass Karl-Heinz Grasser auch auf einem Ticket der ÖVP Finanzminister bleibt. "Ich hoffe, dass er sich für Österreich entscheidet", so Prinzhorn am Samstag. Grasser wäre eine gute Ergänzung, "weil der ÖVP offenbar die Köpfe fehlen". Inzwischen hat Prinzhorn übrigens betont, dass es ihm persönlich natürlich am liebsten wäre, wenn Grasser weiter für die FPÖ als Finanzminister tätig wäre.
Angesprochen darauf, dass sich die anderen FP-Spitzen gegen einen Verbleib Grassers wenden, meinte Prinzhorn: "Ich bin vielleicht ein etwas liberalerer Mensch und sehe Österreich im Vordergrund".
Grasser ist für Prinzhorn ein "kluger, intelligenter Mann". Er sei überzeigt, dass der Finanzminister auch mit der ÖVP eine "Politik des Möglichen" betreiben werde. Die FPÖ müsse darüber nachdenken, ob mit Grasser "unserer Politik" nicht noch mehr Nachdruck gegeben werden könne. Ihn würde es auch nicht stören, wenn der Finanzminister künftig als "Parteiloser" agieren würde. Charakterlos wäre eine Annahme des "klugen Angebots der ÖVP" für den FP-Vize jedenfalls nicht.
Prinzhorn selbst hat jedenfalls eigenen Angaben zu Folge kein Interesse am Finanzminister-Posten im Falle einer freiheitlichen Regierungsbeteiligung nach der Wahl. Wirklich interessant in einer Regierung sei nur der Bundeskanzler, weil man auf diesem Posten gestalten könne: "Ich eigne mich nicht sehr als Ratgeber". Dies habe sich auch zuletzt gezeigt, da seine Ratschläge "grosse modo von der Frau Vizekanzlerin nicht angenommen wurden", gibt er eine Spitze in Richtung von Ex-FP-Chefin Susanne Riess-Passer ab. Aber auch das Bundeskanzler-Amt strebt Prinzhorn nicht an: "Ich bin jetzt 60 und habe andere Prioritäten als Bundeskanzler zu werden".
Haupt zweifelt nicht, dass Grasser ablehnt
FPÖ-Spitzenkandidat Herbert Haupt zeigt sich angesichts des ÖVP-Angebotes, gelassen. Bei einem Wahl-Frühschoppen in Linz meinte er, die FPÖ "flippe" und "schäume" deshalb nicht. Er habe "keine Zweifel", dass Grasser das Angebot ablehnen werde. Verhaltenes Lob gab es für seinen Vorgänger Mathias Reichhold und für Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer.
Grasser habe drei Optionen, sagte Haupt. Für die FPÖ weiter als Finanzminister tätig zu sein, in die Privatwirtschaft zu wechseln oder das Angebot der ÖVP anzunehmen und sich damit von der FPÖ zu distanzieren. Er habe aber keine Zweifel, dass sich Grasser für eine der ersten beiden Optionen entscheiden werde. Haupt ging sogar in die Gegenoffensive über. Er warf Schüssel angesichts des Angebotes vor, "nervös" zu werden. Das werde ihm aber nicht helfen, SP-Chef Alfred Gusenbauer bei der Wahl zu überholen.
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