Montag, 4. November 2002

FP-Bundesliste: Haider mit Platz 15 einverstanden

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Die Katze ist aus dem Sack: Haider steht auf der FP-Bundesliste. Er kandidiert auf dem 15. Listenplatz und ist laut eigener Aussage zufrieden mit dieser Entscheidung. Im Wahlkampf will sich Haider nur in Kärnten engagieren. Angeführt wird die Bundesliste von Herbert Haupt. Auf Platz zwei und drei folgen Prinzhorn und Bleckmann. Infrastrukturminister Mathias Reichhold scheint weder auf der Bundes- noch auf der Kärntnerliste auf wählbarer Stelle auf.

Als letzte Partei präsentiert die FPÖ heute ihre Bundesliste. Größere Überraschungen blieben dabei aus. An der Spitze steht der geschäftsführende Parteiobmann Herbert Haupt vor seinen Stellvertretern Magda Bleckmann, Thomas Prinzhorn und Max Walch. Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider und der erst letzte Woche abgetretene Parteichef Mathias Reichhold finden sich auf den chancenlosen Positionen 15 bzw. 16.

Haider will nur in Kärnten wahlkämpfen
Haider ist mit seiner Reihung am 15. Platz der FP-Bundesliste für die Nationalratswahl zufrieden. Er erklärte auf Anfrage der APA zudem, er werde seinen Wahlkampfeinsatz trotz Bundesreihung auf Kärnten beschränken.

"Ich habe Herbert Haupt ermächtigt, er soll entscheiden, wo er mich auf der Bundesliste hinsetzt, ich bin mit allem einverstanden", sagte Haider in einem Telefoninterview mit der APA in Damaskus. Er habe am Samstag vor seiner Reise nach Bagdad mit Haupt telefoniert und diese Vorgangsweise vereinbart. Haider betonte neuerlich, dass er keine Ambitionen habe, in die Bundespolitik zurück zu kehren.

Gefragt, ob er sich nun im Wahlkampf auch außerhalb Kärntens für die FPÖ engagieren werde, sagte er: "Nein, es wäre nicht sinnvoll, mich voll hinein zu hängen, das würde nämlich bedeuten, dass der Spitzenkandidat Herbert Haupt in den Hintergrund gedrängt wird, und das soll nicht passieren." Er werde in Kärnten bis zum 24. November eine "feste Kampagne" weiter machen und Haupt und die Freiheitlichen unterstützen. In Kärnten sei man ohnehin gut unterwegs, unterstrich Haider.

Haupt: Haider bleibt in Kärnten
Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider hat de facto keine Chance, über die Bundesliste direkt in den Nationalrat einzuziehen. Dies sei auch nicht geplant, betonte Parteichef Herbert Haupt. Haider habe klar gestellt, dass er den Kärntner Wählern bis 2004 im Wort stehe. Mit Haiders Kandidatur für den Nationalrat ist aber seine spätere Rückkehr in die Bundespolitik wieder möglich (z.B. jemand verzichtet zugunsten Haiders). Diese Möglichkeit hat der Kärntner Landeshauptmann allerdings neuerlich ausgeschlossen.

Haupt geht davon aus, dass Haider ihm im Kärntner Wahlkampf "einiges helfen wird".

Reichhold auch in Kärnten nicht an wählbarer Stelle
Infrastrukturminister Mathias Reichhold scheint nicht nur auf der Bundesliste, sondern auch auf der Kärntner Landesliste nicht an wählbarer Stelle auf. Eine Stellungnahme von ihm war am Montag noch nicht zu erhalten, da er sich erneut ärztlichen Untersuchungen unterziehen musste.

Reichhold befindet sich nach wie vor im Krankenhaus Friesach, in das er am Sonntag vergangener Woche eingeliefert worden war. Laut Angaben seiner Sprecherin Christine Lackner laboriert er nach wie vor an Herzrhythmusstörungen, für Freitag dieser Woche sei eine Abschlussuntersuchung vorgesehen.

Zur Erstellung der Bundesliste meinte Lackner, Reichhold habe diese Aufgabe seinem Nachfolger Herbert Haupt übertragen und festgestellt, dass die Reihungen auf der Liste daher in die Entscheidungskompetenz von Haupt fielen.

Haupt rechnet mit fünf bis neun Mandaten
Haupt ging davon aus, dass die Freiheitlichen bei der Wahl fünf bis neun Mandate über die Bundesliste erreichen könnten. Dies würde neben Prinzhorn zumindest Generalsekretär Karl Schweitzer, dem Kärntner Hürdensprinter Elmar Lichtenegger, Finanzreferent Detlev Neudeck und der Büroleiterin Prinzhorns, Barbara Kappel, einen sicheren Platz im Parlament bringen. Haupt, Bleckmann und Walch sind ohnehin über die Landeslisten definitiv im neuen Nationalrat vertreten.

Die Plätze 1 bis 25:
1. Herbert Haupt
2. Magda Bleckmann
3. Thomas Prinzhorn
4. Max Walch
5. Karl Schweitzer
6. Elmar Lichtenegger
7. Detlev Neudeck
8. Barbara Kappel
9. Dieter Böhmdorfer
10. Edith Haller
11. Franz Hornegger
12. Paul Tremmel
13. Mares Rossmann
14. Rüdiger Schender
15. Jörg Haider
16. Mathias Reichhold
17. Herbert Scheibner
18. Reinhard Wanneck
19. Helmut Krünes
20. Mustafa Eltelwi
21. Helene Partik-Pablé
22. Reinhard Bösch
23. Eduard Mainoni
24. Klaus Wittauer
25. Anna Elisabeth Achatz

4.11.2002 08:53