Dienstag, 5. November 2002

Bischöfe: "Jeder soll sein Wahlrecht nutzen"

  • Wahlaufruf als "Zeichen gegen die Politikverdrossenheit"

Zwar hält sich die Kirche aus der Tagespolitik heraus. Aber die anstehenden Neuwahlen veranlassen Österreichs Bischöfe, sich bei ihrer Konferenz auch mit der politischen Situation im Land zu befassen. Deshalb wird ein Wahlaufruf forumliert. Als "Zeichen gegen die Politikverdrossenheit". Kardinal Schönborn meinte etwa: "Jeder soll sein Wahlrecht nutzen..."

Die Bischöfe planten, mit einem Wahlaufruf ein "Zeichen gegen die Politikverdrossenheit" zu setzen, sagte der Salzburger Erzbischof Georg Eder am Rand der Herbstvollversammlung der Bischöfe gegenüber dem ORF-Salzburg. Eine "Wahlempfehlung" für eine bestimmte Partei werde es selbstverständlich nicht geben. Es werde vielmehr um eine Ermutigung gehen, in der heutigen politischen Situation in Österreich nicht einfach die Hände in den Schoß fallen zu lassen und zu sagen "Macht euch den Dreck alleine aus", so Eder.

Der Wiener Erzbischof und Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, betonte: Die Kirche halte sich aus der Tagespolitik heraus. Aber sie formuliere deutlich ihre Wertvorstellungen in Grundsatzfragen wie der Sozial- und Asylpolitik.

"Natürlich ermutigen wir sehr jeden Österreicher und jede Österreicherin, die wahlberechtigt sind, dieses Wahlrecht auch auszuüben. Denn die Chance der Demokratie muss ernst genommen werden", so Schönborn.

Bischofskonferenz bis Donnerstag
Die Mitglieder der katholischen Bischofskonferenz begannen am Dienstag in Salzburg mit den Beratungen im Rahmen der Herbstsession. Bis Donnerstag werden sich die Bischöfe u.a. mit der politischen Situation in Österreich beschäftigen.

5.11.2002 07:28