Montag, 4. November 2002

Finanzamtsskandal in Innsbruck: Schon 17 Beamte angezeigt

  • Vorwurf: "Schwarze" Buchhaltung für bestimmte Firmen

Der Innsbrucker Finanzamtskandal weitet sich aus. Waren ürsprünglich elf Beamte des Innsbrucker Finanzamts im Visier der Ermittlungen gestanden, seien nun bereits 17 Betriebsprüfer wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs bei der Staatsanwaltschaft angezeigt worden, teilte Bundessteuerinspektor Hermann Madlberger am Mittwoch mit.

Alle 17 stünden in Verdacht, bestimmte Firmen steuerschonend geprüft bzw. für Unternehmen die Buchhaltung "schwarz" erledigt zu haben. Es bestehe der Verdacht, dass die Prüfer in einem Art "Netzwerk" zusammengearbeitet haben. Dies sei aber nun durch die Staatsanwaltschaft zu prüfen.

Grundsätzlich hielt Madlberger fest, dass die Überprüfungen solange gedauert haben, wie es erwartet wurde. Insgesamt seien noch 20 Firmen zu prüfen. Dies werde voraussichtlich mehrere Wochen bis Monate dauern. Weitere Anzeigen könnten daraufhin noch folgen, meinte der Bundessteuerinspektor und betonte: "Grundsätzlich ist aber jetzt die Justiz am Wort."

Mitte Juni vorigen Jahres war die so genannte Finanzamts-Affäre an die Öffentlichkeit gelangt und sorgte österreichweit für großes Aufsehen. Ausgelöst wurde sie durch zwei Mitarbeiter, die für den ehemaligen FC-Tirol-Manager Robert Hochstaffl die Bilanzlegung und anschließende Finanzprüfung durchgeführt haben sollen. Die beiden saßen seit Mitte Juni 2002 in U-Haft.

Hochstaffl selbst und andere Verdächtige kamen gegen zum Teil hohe Kautionen frei. Seit Oktober 2002 sind rund 100 Prüfer aus ganz Österreich mit den Ermittlungen beschäftigt.

(apa)

4.11.2002 16:02