Montag, 4. November 2002

Tödlicher Hass löste Familiendrama aus! Sohn gestand

  • 4. November in Natternbach: Vater, Mutter, Bruder erschossen
  • 16 Patronenhülsen wurden am Tatort sicher gestellt

Es geschah in der Nacht auf den 4. November. Motiv: Tödlicher Hass und Eifersucht! Einen Tag nach dem Blutbad in Oberösterreich gestand der 19-jährige Sohn, dass er seine Eltern und seinen Bruder erschossen habe. Um den Tatverdacht von sich abzulenken, schoss er sich selbst in die Schulter. Dann legte der die Waffe neben seinen toten Vater.

Als Motiv für die Bluttat nannte der 19-Jährige, "er habe sich schon längere Zeit von den Eltern bevormundet und zurückgesetzt gefühlt", sagte Alois Lißl von der oberösterreichischen Sicherheitsdirektion. Besonders schockierend sei, dass der mutmaßliche Täter in den Einvernahmen absolut keine Reue zeige und sehr "kühl und abgeklärt" den Tathergang schilderte, so Lißl.

Tat war geplant
Nach ersten Angaben der Ermittler dürfte der 19-Jährige, der zuletzt nicht mehr bei seinen Eltern gewohnt hat, die Bluttat bereits länger geplant haben. Bereits bei einem Besuch im Elternhaus am Allerheiligen-Wochenende habe er die spätere Tatwaffe versteckt - eine Pistole "Glock 17" - in einem Schrank in seinem Zimmer. Die Waffe stammt von seinem Vater. Er hatte sie gereinigt und dann dem Sohn mit der Bitte gegeben, diese im Waffenschrank zu verwahren. Dem kam der 19-Jährige aber nicht nach. In der Mordnacht zum Montag erschien der nun Tatverdächtige gegen 1.00 Uhr daheim und sei vor dem Fernseher eingeschlafen.

Als der 19-Jährige gegen 4.00 Uhr wieder munter wurde, dürfte er sich entschlossen haben, der "ständigen Bevormundung" ein Ende zu setzten. Er holte die Waffe und zog sich - offenbar um keine Spuren zu hinterlassen - Einweghandschuhe an. Zunächst erschoss der mutmaßliche Täter kaltblütig seinen im Nebenzimmer schlafenden 24-jährigen Bruder. Durch den Schuss dürfte der 63-jährige Vater munter geworden sein. Im Vorraum des Hauses kam es dann zu einem folgenschweren Aufeinandertreffen: Der Vater rannte auf seinen Sohn zu, dieser zielte nur kurz und drückte ab. Der Vater wurde getötet.

Mutter flüchtete ins Schlafzimmer
Durch den Lärm dürfte auch die 50-jährige Mutter des mutmaßlichen Amokläufers wach geworden sein. Sie erkannte die Gefahr sofort und wollte sich noch ins Schlafzimmer retten. Gerade als sie versuchte, ein Nachtkästchen vor die Türe zu schieben, erschoss der 19-Jährige auch sie.

Verdacht auf den Vater gelenkt
Danach dürfte sich der mutmaßliche Täter in die eigene, linke Schulter geschossen haben, um den Tatverdacht abzulenken, so die Kriminalisten. Die Waffe legte er neben seinen Vater. Erste Ergebnisse der Obduktion widerlegten dies aber: Der 63-Jährige wies zwei Einschüsse im Rückenbereich und am Hinterkopf auf.

Der 19-Jährige war - wie die Untersuchungen ergaben - zum Tatzeitpunkt nicht alkoholisiert. Er befand sich am Dienstag sich noch in Spitalsbehandlung. Über ihn wurde die Untersuchungshaft verhängt.

4.11.2002 09:20