Mausi rettet Österreich
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Das verspricht die FPÖ den Wählern
Christina Lugner: Vergesst Haider, gönnt Reichhold notfalls vier Jahre Genesungsurlaub. Die blaue Krise ist beendet: „Mausi“ Lugner kandidiert für die FPÖ!
Die Nahosterweiterung der österreichischen Innenpolitik ist seit vergangenem Wochenende Faktum: Auf den Spuren des einsamen Parteimitglieds, das es in besseren Zeiten häufig zu den Amtsbrüdern Gaddafi und Saddam Hussein zog, ist nun auch die vermutlich letzte Hoffnung der FPÖ in die Region aufgebrochen.
Kaum, so schildert Christina Lugner, 36, sei man mit Kind und Mörtel zum Urlaub in Hurghada, Ägypten, eingetroffen, habe auch schon das Telefon geläutet. Am anderen Ende habe sich, damals noch in der Vertikalen, FP-Obmann Mathias Reichhold gemeldet, um ihr eine Kandidatur an wählbarer Stelle anzubieten. Zuvor hatte er das Mandat schon dem Gemahl angedient, dabei aber auf Mörtel gebissen. Unbekannt ist, ob er dabei mit Richard Lugner selbst oder seinem Double verhandelt hatte.
Das Weitere ist Zeitgeschichte: Christina Lugner erbat sich Bedenkzeit bis Freitag, und Reichhold brach mit Halsschmerzen zusammen.
Marode Hoffnung
So etwas verbindet: Christina Lugner hat sich nach einer Lungenspitzenentzündung zur Genesung in das gesunde Klima um die Pyramiden zurückgezogen. Danach soll die Baumeisterin aus Rudolfsheim/Fünfhaus, deren elfjährige Tochter mit dem mütterlichen Kosenamen „Mausi“ ihre Probleme hat, für Haiders Resttruppe in den Wahlkampf ziehen: „Für Österreich, für mein Vaterland, werde ich das sehr gerne tun“, lässt sie schon vor Ablauf der Bedenkfrist wissen. „Reichhold ist einer der geradlinigsten und ehrlichsten Politiker, die mir je begegnet sind. So gesehen werde ich wahrscheinlich zusagen.“
Was weiß Schweitzer? Zumal sie nach Medienberichten als bestplatzierte Frau in den Bewerb geschickt wird. Aber so genau kann man das nicht sagen, denn selbst FP-Generalsekretär Karl Schweitzer wusste auf Anfrage nichts vom illustren Zuzug. Was freilich auch damit zu tun haben kann, dass ihm Obmann Reichhold im Gefolge seiner Halsprobleme keine Mitteilung von der mutmaßlichen Rettung der Partei machen konnte.
„Kräftiger junger Reichhold.“
Man spürt förmlich, wie in die desperate blaue Truppe wieder die Hoffnung Einzug hält. Christina Lugner, mehr der mütterliche Typus: „Reichhold ist ein junger, kräftiger Mann. Ich glaube, dass er rasch wieder gesund wird und auch wieder sehr schnell Kraft schöpft.“
„Haider soll Riess-Passer bitten.“
Als Riess-Passer-Sympathisantin war die Baumeisterin schon nach dem Rücktritt der halben Regierung auffällig geworden. „Man sollt“, so regte sie damals an, „ein Personenkomitee zu ihrer Rückkehr gründen.“ Jetzt hat sie im NEWS-Gespräch die Therapie für die marode Partei zur Hand: Haider selbst solle „Riess-Passer beknien, in den Schoß der Familie zurückzukehren. Die Entwicklung von Knittelfeld bereitet ihm ja großen Schmerz.“
Autorin: Susanne Zobl
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