Henkel will zur Weltmarke aufsteigen
- Arrondierung des 741 Marken umfassenden Produkt-Portfolios
Der mit Persil groß gewordene Konsumgüterhersteller Henkel will seinen Namen zu einer Weltmarke machen. "Je weiter wir von Düsseldorf weggehen, desto weniger bekannt ist der Firmenname Henkel", sagte Konzernchef Ulrich Lehner. Henkel-Produkte seien dagegen auf allen Kontinenten ein Begriff. Der Unternehmensname werde jetzt in der Werbung und auf Verpackungen als Absender der Produkte stärker herausgestellt oder erstmals sichtbar gemacht.
So könnten Duck und Loctite in den USA Henkel bekannt machen. Umgekehrt soll der Firmenname regionale Marken stärken. Ausgenommen von dem rot-weißen Henkel-Logo sei bisher der Produktbereich Haarpflege, in dem Schwarzkopf als Dachmarke stehe.
Mit Werbung gegen No-Name-Produkte
In Deutschland reagiere Henkel auf den Vormarsch der Discounter mit No-Name-Produkten mit verstärkter Werbung für die großen Marken des Konzerns. "Wir machen in unserem Konsumgütergeschäft 35 bis 40 Prozent mit je drei Marken", erläuterte Lehner. Die Werbeaktivitäten zahlten sich aus. So sei der Henkel-Inlandsumsatz bei Wasch- und Reinigungsmitteln im ersten Halbjahr 2002 nur 1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums gelegen. Aber auch regionale Marken, die Henkel in einzelnen Ländern besitze, würden gepflegt. Daneben gebe es unter den 741 Henkel-Marken eine dritte Gruppe, die nicht gepusht werde. Gegebenenfalls würden aus diesem Topf Marken verkauft wie es unter anderem bereits bei Kaloderma der Fall gewesen sei.
Henkel vs. Unilever
Auf der anderen Seite würden Zukäufe geprüft. Die Rechte für die Marke Persil in England und Frankreich, die der Konkurrent Unilever besitzt, seien dabei aber kein aktuelles Thema. "Das sind so starke Geschäfte der Wettbewerber, dass es für sie ein unverzichtbarer Teil ihrer Geschäfte ist", schilderte Lehner. Spekulationen, Henkel wolle den Haarpflegekonkurrenten Wella schlucken, kommentiere Lehner nicht. "In der Vergangenheit sind wir gewachsen durch kleine, mittlere und größere Akquisitionen", sagte er grundsätzlich. Auch in der Zukunft solle das Wachstum mit Zukäufen unterstützt werden. Nach dem Verkauf der Chemietochter Cognis und dem Anteil am Hygienegeschäft Henkel-Ecolab verfüge Henkel über ausreichenden Finanzierungsspielraum.
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