Sonntag, 3. November 2002

Post: US-Leasingtransaktion für Briefzentrum Wien

  • Auch Postsortieranlagen Graz, Salzburg und Innsbruck dabei
  • Gesamttransaktionsvolumen 117,1 Mill. Dollar

Die Österreichische Post AG hat mit Pitney Bowes Capital Services, USA, eine Cross Border Leasing Transaktion für das neue Briefzentrum in Wien-Inzersdorf abgeschlossen. In die Transaktion sind auch die seit rund einem Jahr bestehenden Postsortieranlagen Graz, Salzburg und Innsbruck einbezogen. Das gesamte Transaktionsvolumen ist mit 117,1 Mill. Dollar (118,7 Mill. Euro) beziffert. Der Barwertvorteil, der der Post aus dieser Transaktion erwächst, wird aufgrund einer Vereinbarung mit dem Eigenkapitalgeber, Pitney Bowes Services, nicht bekannt gegeben, sagte Post-Sprecher Michael Homola.

Als Kreditgeber bei der Transaktion fungiert laut einer Veröffentlichung in Wochenendzeitungen die Barclays Bank Plc, London. Arrangiert wurde die Transaktion von der Macquarie Bank Ltd, London, mit ihrer Wiener Filiale Macquarie Capital GmbH.

Größter Anteil entfällt auf Briefzentrum Wien
Der größte Anteil an der Cross Border Leasing Transaktion entfällt auf das Briefzentrum Wien, das seit September 2001 im Vollbetrieb arbeitet, sagte Homola. In das Wiener Verteilzentrum hat die Post 110 Mill. Euro investiert, Baulichkeiten und Maschinen zusammengerechnet. Die Leasing-Transaktion betreffe aber nur die Maschinenausrüstung, die beim Wiener Verteilzentrum dem Neuwert entspricht. Bei den drei Postsortieranlagen in den Bundesländern, die bereits seit rund einem Jahr in Betrieb stehen, sei der buchhalterische Restwert in die Leasing-Transaktion eingeflossen.

Das Briefverteilzentrum Wien konzentriert sieben bisherige Briefsortieranlagen in Wien auf einen Standort und beschäftigt derzeit 1.250 Mitarbeiter. Täglich werden bis zu 4 Mill. Poststücke sortiert, Briefe, Zeitungen und persönlich adressierte Infomail-Sendungen. Die Paketsortierung erfolgt weiterhin am Großpostamt Wien-Süd.

Anlaufprobleme behoben
Die Anlaufprobleme beim neuen Briefverteilzentrum Wien sind laut Homola behoben. Das Zentrum war von Juni bis Ende August mit einem Viertel der Sortiermenge in einen Pilotbetrieb gestartet und arbeitet seit Anfang September im Vollbetrieb.

Was ist Cross Border Leasing?
Cross Border Leasing ist eine Art Lease-and-lease-back-Verfahren, bei dem Anlagegüter an einen Investor in den USA verleast und wieder zurückgelast werden, sodass das Anlagegut in der Bilanz des österreichischen Unternehmens verbleibt. Der US-Investor kann in einem solchen Fall in den USA Steuervorteile in Anspruch nehmen und gibt diese zum Teil an den Leasinggeber zurück, was den sogenannten Barwertvorteil ausmacht. Umfangreiche Cross Border Leasings haben beispielsweise schon seit Jahren die ÖBB mit ihrem "rollenden Material" sowie den Verschiebebahnhöfen Wien-Kledering und Villach-Fürnitz abgewickelt.

3.11.2002 13:03