Sonntag, 3. November 2002

Neckermann: Preissenkungen gegen Reiseflaute

  • 6 Prozent mehr Urlaubskunden für Sommer 2003 geplant

Der Reiseveranstalter Neckermann setzt weiter auf breit angelegte Preissenkungen, um die anhaltend schwachen Buchungen anzukurbeln. Nach 9,2 Prozent weniger Gästen in diesem Sommer will die Hauptmarke des zweitgrößten deutschen Touristikkonzerns Thomas Cook damit im Sommer 2003 sechs Prozent mehr Urlauber gewinnen. Rund 80 Prozent der Flugziele würden billiger, sagte Bereichsvorstand Detlef Altmann in Dubai.

Angesichts der Konjunkturflaute soll ein neues Angebot zur Ratenzahlung zögerliche Urlauber locken. In der laufenden Wintersaison hatte Neckermann bereits die Preise für 85 Prozent des Flugangebots gesenkt. Die Winterbuchungen hätten nach anfänglichen Rückständen inzwischen Vorjahresniveau erreicht.

"Aggressive Preismaßnahmen" geplant
Die Zeiten jährlicher zweistelliger Zuwachsraten für Veranstalter seien vorbei, sagte Altmann. Um zuzulegen, werde es vor allem in den von Einbußen betroffenen Feriengebieten am westlichen Mittelmeer "aggressive Preismaßnahmen" geben. So werden Tunesien und Marokko sechs Prozent billiger. Für Mallorca sinken die Preise um vier Prozent, für die Kanaren und Griechischen Inseln um drei Prozent. Ein bis zwei Prozent teurer werden dagegen Bulgarien und Kroatien. Bei den Fernzielen werden unter anderem Südafrika um zehn Prozent und Mexiko um sechs Prozent billiger. Teurer kommt die Reise etwa nach Mauritius (plus fünf Prozent) und Kuba (plus ein Prozent).

Ratenzahlung möglich
Ab Jänner sollen Urlauber ihre Reise in Raten über sechs, neun oder zwölf Monate zahlen können. Der Kredit werde telefonisch über die Neckermann-Mutter Thomas Cook vergeben, ohne dass eine Bank beteiligt sei, sagte Altmann. Fällig würden dafür 9,9 Prozent Zinsen. Um die zuletzt ausgebliebenen Familien zurückzugewinnen, soll es in bestimmten Zielen Festpreise für Kinder geben, die auch für die Hauptsaison gelten.

3.11.2002 10:56