Freitag, 1. November 2002

BA-CA: Abbau von einigen hundert weiteren Stellen?

  • Bis Ende 2004 weniger als 11.600 Beschäftigte im Inland
  • Vorstand schließt Reduktion auf 11.000 nicht aus

Die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) will in den nächsten Wochen, jedenfalls aber noch heuer, die nach der Fusion im August festgestellten zusätzlichen Einsparpotenziale beziffern. Auch der Personalstand im Inland wird dabei stärker reduziert als ursprünglich angenommen. BA-CA-Vorstand Karl Samstag schätzt, dass man bis Ende 2004 nicht wie ursprünglich geplant bei 11.600, sondern darunter liegen werde. Samstag sagte vor Journalisten, er schließe nicht aus, dass man auf eine bereits kolportierte Zahl von 11.000 kommt.

Damit bestätigte der Vorstand, dass es in den nächsten zwei Jahren um ein paar hundert mehr Stellenstreichungen gehen könnte als bisher geplant. Die Bank Austria Creditanstalt AG hatte - wie die bayerische Mutter HypoVereinsbank (HVB) - vor wenigen Wochen wissen lassen, dass es auch in Österreich einen zusätzlichen Stellenabbau geben könnte. Es sei eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden, um konkrete Schritte zu erarbeiten. "Es sollte möglich sein, den Personalstand in Österreich über die derzeitige Planung (von zur Zeit etwas mehr als 12.000 Mitarbeiterkapazitäten auf 11.600 bis zum Jahr 2004) hinaus zu senken", so das Institut Anfang Oktober in einem Kommunique. Dabei werde aber weiter auf natürliche Fluktuation gesetzt, heißt es.

Stellen im Back Office betroffen
Die Arbeitsgruppe werde ihre Prüfungen in den nächsten Wochen beenden. Herauskommen sollen Vorschläge, die BA-CA noch "schlanker" zu machen. Samstag betonte, dass die Einsparungspotenziale aus der Fusion im Inland immer stärker ersichtlich würden, weitere Überschneidungen sollen wegfallen. Was die Einsparung beim Personal betrifft, so sollen "nicht am Kunden", sondern ausschließlich Stellen im Back Office, in Stabsstellen, wegfallen. Etwa bei der EDV oder im Controlling. Der Stellenabbau in Österreich werde wie bisher über natürlichen Abgang zu bewerkstelligen sein, "wir haben hier noch nie zu härteren Maßnahmen gegriffen". Generell würden in den nächsten Jahren auch weniger Leute aufgenommen, ausgenommen im Vertrieb, der vor allem auch in den Bundesländern expandieren soll.

1991: 18.000 Beschäftigte
In Österreich beschäftigt die Bank Austria-Creditanstalt zur Zeit etwas mehr als 12.000 Mitarbeiter, Im Jahr 1991 hatten die drei ehemaligen Einzel-Banken "Z", "Länderbank" und "CA" zusammengefasst im Inland noch knapp 18.000 Leute, Anfang 1997 - als die CA zur aus Z und Länderbank entstandenen Bank Austria stieß - waren es 15.000 gewesen.

HVB kündigte ebenfalls Stellenabbau an
Samstag betonte, dass die BA-CA sich "namhaft" angestrengt habe, in den vergangenen fünf Jahren massiver Expansion die Kostenkurve flach zu halten. Diese Anstrengungen würden fortgesetzt, wird in der der Bank in Wien betont. Als Gesamtkonzern hat erst Mitte voriger Woche die bayerische HypoVereinsbank (HVB), Mutter der Bank Austria-Creditanstalt, einen bevostehenden zusätzlichen Stellenabbau angekündigt, aber noch keine Detailzahlen genannt. Man müsse davon ausgehen, dass das Institut mehr als die bisher angekündigten 9.100 Arbeitsplätze bis 2004 streichen werde, sagte Aufsichtsratschef Kurt Viermetz in einem am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Interview der Wochenzeitung "Zeit".

1.11.2002 11:40