Dienstag, 29. Oktober 2002

Großaktion gegen Schwarzarbeit im Baugewerbe

  • 26 Firmen und 70 illegale Beschäftigte erwischt

Den Betrug im Baugewerbe hatten in der Vorwoche Beamte der Finanzlandesdirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland im Visier. Bei einer dreitägigen Razzia in Ostösterreich haben die Behörden 70 illegal Beschäftigte erwischt. 26 Firmen wurden ertappt, die vermutlich gegen das Ausländerbeschäftigungsgesetz verstoßen haben. Strafausmass: Rund 100.000 Euro.

Darüber hinaus wurden 70 illegal Beschäftigte bei der Arbeit erwischt, 21 von ihnen festgenommen und Forderungspfändungen für Abgabenschuldigkeiten über insgesamt 868.947 Euro verhängt oder veranlasst. Das teilte die Finanzlandesdirektion am Montag bei einer Pressekonferenz in der Bundeshauptstadt mit.

Der Schwerpunkt der Ermittlungen lag bei den in diesem Jahr gegründeten Einheiten der Finanz- und Zollverwaltung, der seit 1. Juli aktiven KIAB (Kontrolle illegaler Ausländerbeschäftigung) und der am 1. April aufgestellten SEG-Bau (Schnelle Eingreiftruppe Bau). Unterstützt wurden sie von der Mobilen Überwachungsgruppe der Zollwache. Pro Tag waren insgesamt 101 Beamte im Einsatz.

Ausgangspunkt der Ermittlungen waren laut Finanzlandesdirektion "Standorte" in der Bundeshauptstadt, wo sowohl Firmen als auch Private Arbeiter aufnehmen können. Der "Arbeitsstrich" im Süden Wiens wurde beobachtet, die Beamten erschienen anschließend bei den Baustellen und begannen zu kontrollieren. Den Fahndern kam dabei so ziemlich alles unter - von Aufträgen der Öffentlichen Hand, zum Beispiel einer Bezirkshauptmannschaft, bis zum privaten Einfamilienhaus. Die illegal Beschäftigten bekommen pro Stunde ab zwei Euro, ein Facharbeiter kostet die betreffenden Firmen pro Stunde fünf bis sechs Euro.

29.10.2002 08:47