Olympia als Zukunft: New York will die Spiele 2012
- Etat mit fünf Milliarden Dollar veranschlagt

Tränen des Glücks flossen, zu Dutzenden fielen sie einander kreischend um den Hals und stimmten die Sinatra-Hymne "New York, New York" an. Der Freudenausbruch unter den Mitgliedern des Bewerbungskomitees von New York ließ glauben, dass sie bereits die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2012 zugesprochen bekommen hätten. Gewonnen hat die Metropole jedoch erst einmal nur die nationale US-Ausscheidung.
New York setzte sich in Colorado Springs, wo sich der Sitz des Olympischen Komitees der USA (USOC) befindet, in der Wahl mit 132 von 223 möglichen Stimmen gegen San Francisco durch und zieht damit erstmals in einen Kandidaten-Wettstreit zur Vergabe Olympischer Spiele.
Promi-Aufmarsch
"Das ist die Zukunft von New York City. Wir werden alles Menschenmögliche tun, um die Spiele hierher zu holen", versicherte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg nach der Präsentation der beeindruckenden Bewerbung, bei der unter anderem Weitsprung-Olympiasieger Bob Beamon, Komödiant Billy Crystal, die Filmstars Robert de Niro und Woody Allen sowie Ex-Bürgermeister Rudolph Giuliani mitwirkten. Entscheidend für die Wahl sei gewesen, dass New York die besseren Chancen besitzt, sich international durchzusetzen. Dort sei nicht nur das Kapital zu Hause, sondern seit den Terrorakten vom 11. September 2001 habe die Stadt auch die Sympathien der ganzen Welt.
Entscheidung fällt 2005
New York wird sich jedoch harter Konkurrenz erwehren müssen. Neben einer der deutschen Städte Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Leipzig und Stuttgart wollen auch Toronto, Rom, Paris, Moskau, Madrid, London und Rio de Janeiro um die olympische Gastgeberschaft kämpfen. Entscheiden wird darüber die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im Juli 2005. IOC-Präsident Jacques Rogge gratulierte der New Yorker Delegation als einer der Ersten und meinte: "Wir freuen uns, ihre Bewerbung in das Rennen um die Olympischen Spiele 2012 aufzunehmen."
Fünf Milliarden Dollar veranschlagt
Die Sommerspiele, die bisher vier Mal (1904, 1932, 1984 und 1996) in den USA stattfanden, "sollen aber keinesfalls billig in die Vereinigten Staaten zurückgebracht werden", kündigte Bloomberg vollmundig an. Der Etat für die ehrgeizigen Olympia-Pläne wurde mit fünf Milliarden Dollar veranschlagt - mehr als das Doppelte, das die Verlierer aus San Francisco zur Finanzierung eingeplant hatten. Fast alles muss neu gebaut werden, sämtliche Wettkampfarenen und das Olympische Dorf sollen im Umkreis von 20 Meilen entstehen, wobei alle Stätten auf dem Wasser- oder Schienenweg erreicht werden können.
Bewerbung hat auch viele Kritiker
Über 1000 Prominente feierten in der Nähe des Ground Zero die Wahl. Zugleich meldeten sich die Olympia-Gegner laut zu Wort. Sie wollen alle Rechtsmittel ausschöpfen, um die Bauvorhaben zu verhindern. Wäre es nach den Lesern der Tageszeitung "USA Today" gegangen, hätte New York den Zuspruch gar nicht erst bekommen. 61,8 Prozent von 8.762 Umfrage-Teilnehmern wünschten sich San Francisco als Bewerberstadt.
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