Freitag, 1. November 2002

Tennis-Fed-Cup: Österreich muss 2003 nach Belgien

  • Großer Ärger über unverständliche Setzungspolitik der ITF
  • Plus: "Sexy Babsi" & die aktuellen Weltranglisten

Die alles andere als verständliche Nicht-Setzung des österreichischen Fed-Cup-Teams für den Bewerb 2003 hat am Freitag in Maspalomas das befürchtete "Horrorlos" gebracht: Barbara Schett und Co. treffen in der ersten Runde am 26./27. April auf Belgien, das mit Kim Clijsters und Justine Henin über zwei Top-Ten-Spielerinnen verfügt. Die rot-weiß-rote Equipe, am Donnerstag nur knapp am erstmaligen Einzug ins Endspiel gescheitert, hatte doppeltes Pech, denn die in diesem Fall auch nötige Losung des Heimrechts ergab auch noch ein Auswärtsmatch.

"Das wird eine ähnliche schwierige Aufgabe wie gegen die USA", meinte Schett, die ebenfalls nicht verstehen kann, warum Österreich als einziger Halbfinalist dieses Jahres nicht gesetzt wurde. "Das ist eine Frechheit, es wird Zeit, dass die ITF hier endlich eine Linie hineinbringt." Dies ist geplant mit der erstmaligen Veröffentlichung eines Fed-Cup-Rankings am Montag. Es soll künftig die Leistungen der Nationen in den vergangenen vier Jahren widerspiegeln. Warum man aber nicht den diesjährigen Bewerb abgewartet hat, und erst danach die Auslosung gemacht hat, ist auch ÖTV-Generalsekretär Martin Reiter schleierhaft. "Das wird sicher ein Nachspiel haben", versprach er.

Streitereien im belgischen Team
Die Auslosung kann man aber nun einmal nicht ändern, auch wenn mit der eigenartigen Vorgangsweise des internationalen Tennisverbandes dem "kleinen Österreich" eine ordentliche Hürde vorgelegt wurde. Fraglich ist allerdings, ob die Belgierinnen tatsächlich beide spielen werden. Nach dem Fed-Cup-Titel im Vorjahr ist der Streit ums Geld ausgebrochen, im Viertelfinale dieses Jahres spielten sogar beide nicht, was das Scheitern an Italien zur Folge hatte. "Henin spielte offiziell nicht, weil sie viele Weltranglistenpunkte zu verteidigen hatte und Clijsters stellte zu hohe finanzielle Forderungen", weiß Kapitän Alfred Tesar.

Nur ein Satz fehlte zur Sensation gegen Spanien
Österreichs Damen haben übrigens bereits geschlossen ihre Zusage für den Trip nach Brüssel gegeben, nun gibt es aber nach den tollen Leistungen in diesem Jahr eine fast fünfmonatige Fed-Cup-Pause. Die Bilanz sah am Tag nach dem 2:3 gegen Spanien sehr gut aus. "Wer hätte am Beginn des Jahres gedacht, dass wir das Halbfinale erreichen?", fragte Schett. Und in diesem machte die Tesar-Truppe auch ohne die verletzte Fed-Cup-Heldin dieses Jahres, Barbara Schwartz, nicht nur gute Figur, sondern hatte sogar den Sieg vor Augen. Im entscheidenden Doppel führten Schett/Patricia Wartusch, die am zweiten Tag eine gewaltige Formsteigerung zeigten, ja bereits mit 1:0 in Sätzen. Ein Satzgewinn fehlte also zum erträumten Finaleinzug.

Hoffen auf mehr Geld
Für die finanzielle Situation im ÖTV haben die Siege über Rekordsieger USA und Kroatien natürlich auch längerfristig etwas gebracht. So erhofft Reiter eine ordentliche Anhebung der Lotto-Toto-Mittel "Derzeit bekommen wir nur genauso viel wie der Judoverband", sagte der Vorarlberger. Und auch die Signale von Seiten des Teamsponsors "tele.ring" sind da, den Vertrag zu verlängern, hier wird es noch in diesem Jahr eine Entscheidung geben. Sollte sich Österreich gegen Belgien durchsetzen, dann gäbe es im Juli nächsten Jahres auch wieder ein lukrativeres Heimspiel gegen den Sieger aus Deutschland-Slowakei.

1.11.2002 16:39