Montag, 28. Oktober 2002

Auch die Nordischen blicken der WM-Saison entgegen

  • Doping nach wie vor eines der Hauptthemen
  • Schröcksnadel erwartet sich vier bis sechs WM-Medaillen

Eine Woche nach den Alpinen haben am Montag auch der Nordischen des österreichischen Ski-Verbandes (ÖSV) ihre Ziele für den vor der Tür stehenden Winter formuliert. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel (Bild) und die beiden Rennsportdirektoren Toni Innauer (Kombination/Sprunglauf) und Walter Mayer (Langlauf/Biathlon) erklärten im Turmcafe der neuen Bergisel-Schanze, dass sie auch in der Saison 2002/03 hoch hinaus wollen. Die Weltmeisterschaften im Fleimstal bzw. in Sibirien (Biathlon) sind natürlich die Höhepunkte, Schröcksnadel erwartet sich davon vier bis sechs Medaillen.

Im Lager der Skispringer blickt man auf einen äußerst positiven Sommer zurück, nach der dominanten Stellung im Sommer-Grand-Prix sind die Ziele von Innauer hoch: "Wir wollen dorthin, wo wir schon einmal waren, nämlich an die Spitze. Unser Ziel ist Platz eins in der Nationenwertung und zwei WM-Medaillen." Die Kombinierer, Österreichs Mannschaft des Jahres, sollten neuerlich ein Erfolgsgarant sein. "Zwei Medaillen, mit etwas Glück vielleicht sogar mehr", so Innauer, der nach seiner Interims-Tätigkeit als Cheftrainer (jetzt Hannu Lepistö) wieder Rennsportdirektor ist.

Auch Biathleten wollen Medaille
"Wir sind eine Ski-Nation, keine Langlauf-Nation", brachte Mayer die Erwartungen der Langläufer auf den Punkt, obwohl man sich von den beiden Topleuten Michail Botwinow und Christian Hoffmann doch einiges erwarten könnte. Den Biathleten traut Mayer mehr zu, im Rahmen der WM in Chanty-Mansijsk soll zumindest eine Medaille her. Ein neuer Erfolgsgarant soll der neue, aus Deutschland importierte Schießtrainer Klaus Siebert sein, der gemeinsam mit Cheftrainer Walter Gapp für noch mehr Präzession sorgen soll.

Doping-Affäre als Dämpfer
Als gehörigen Dämpfer empfand Schröcksnadel natürlich die Olympia-Doping-Affäre rund um die Langläufer von Walter Mayer, der Präsident ist aber nach wie vor felsenfest von deren Unschuld überzeugt: "Walter Mayer und die Akiven haben nicht gedopt." Nach wie vor wird auf dem Sportgericht von Lausanne verhandelt, sollten die Österreicher nicht Recht bekommen, wird man laut Schröcksnadel vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.

Dopingkontrollen von privater Organisation
Ein Dorn im Auge ist dem ÖSV die Tatsache, dass die FIS die private Organisation WDA (World Doping Association) für die Durchführung der Dopingkontrollen beauftragt hat. "Der Skandal ist programmiert. Diese Organisation muss Erfolge vorweisen. Das ist so als ob man eine private Organisation statt der Polizei für die Ausstellung von Strafzetteln engagieren würde", kann Schröcksnadel diesen Schritt schwer nachvollziehen.

Differenzen von FIS und IOC
"Wichtig wären vielmehr Kontrollen im Vorfeld der Großveranstaltungen, nicht erst vor Ort." Springender Punkt seien die Differenzen in den Regulativen von FIS und IOC. Die FIS sieht nämlich Doping in der Verschaffung von klaren Vorteilen, während das IOC bereits jegliche Manipulation mit Blut verbietet.

Viel Lob für Bergisel-Schanze
Lob in höchsten Tönen wurde für das Projekt Bergisel-Schanze ausgesprochen. "Das Konzept, die Schanze über den Tourismus zu erhalten, ist ein voller Erfolg. Wir werden damit noch viel Geld reinholen", meinte Innauer. Zwischen 300 und 1.700 Besucher täglich (sechs Euro Eintritt) ohne größere Werbung bestätigen das Projekt nachdrücklich.

28.10.2002 14:21