Sonntag, 3. November 2002

Keine Familienzusammenführungen

  • Innerkoreanische Gespräche geplatzt
  • Keine Einigung über neues Treffen

Neue Gespräche zwischen Nord- und Südkorea über die Zusammenführung von Familien sind gescheitert. Das dreitägige Treffen am Kumgang-Berg in Nordkorea unter Schirmherrschaft des Roten Kreuzes ging am Samstag ohne Ergebnis zu Ende, wie am Sonntag offiziell mitgeteilt wurde. Der Norden habe sich geweigert, das Schicksal der während des Koreakrieges (1950 bis 1953) entführten Südkoreaner zu erörtern.

Nach Angaben des südkoreanischen Chef-Unterhändlers Lee Byong Woong konnten sich beide Seiten auch nicht über ein neues Treffen zum Jahresende einigen.

In parallel stattfindenden Wirtschaftsgesprächen unterzeichnete der verarmte Norden dagegen ein Abkommen zum Bau eines Industriekomplexes in der nordkoreanischen Stadt Kaesong. Der Bau soll bereits kommenden Monat beginnen. Pjöngjang versprach südkoreanischen Unternehmen zudem Steuererleichterungen.

Die Annäherungsbemühungen zwischen Nord- und Südkorea werden derzeit von Berichten der US-Regierung überschattet, wonach Nordkorea eingestanden haben soll, trotz eines Rüstungskontrollabkommens heimlich an seinem Atomwaffenprogramm weiter gearbeitet zu haben. Pjöngjang bestreitet die Anschuldigungen und forderte von Washington einen Nicht-Angriffspakt.

3.11.2002 10:48