Eiseskälte und Hagel im italienischen Erdbebengebiet
- Bis zu 10.000 Obdachlose
- Die Bilder: Trauer um die Erdbebenopfer (Kasten rechts)
·ERDE BEBTE!
BILDER: Trauer & Tote in Italien
·Experten
Kritik an Gebäudesicherheit
Knapp eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben in Mittelitalien machen Eiseskälte und Unwetter den bis zu 10.000 obdachlos gewordenen Menschen zu schaffen. In dem am schlimmsten betroffenen Dorf San Giuliano di Puglia ging am Dienstag ein Hagelschauer nieder. In der Nacht näherten sich die Temperaturen dem Nullpunkt. Die Menschen wollten in eines der in der betroffenen Region Molise errichteten Zeltlager aufgenommen werden. Bisher war von weit weniger Obdachlosen ausgegangen worden.
Nach dem Beben am Donnerstag war zunächst von 3.500 Obdachlosen die Rede gewesen, später von 5.000. Bei der Untersuchung der Häuser mussten Experten aber feststellen, dass mehr Gebäude als zuvor angenommen nicht mehr bewohnbar sind, berichtete der staatliche TV-Sender RAI. Bisher sind mehr als 1.000 Zelte und mehrere hundert Wohnwagen für die Obdachlosen aufgestellt worden.
Der Zivilschutz will möglichst rasch Fertighäuser errichten, um so die Zeltlager noch vor Wintereinbruch leer zu bekommen. Zudem sollen Menschen, die ihre Unterkunft verloren haben, in Hotels untergebracht werden. Eine erste Gruppe ist am Dienstag in Hotels an der nahe gelegenen Adriaküste gebracht worden.
Für einige Familien von San Giuliano gab es am Dienstag aber auch gute Nachrichten. Sie könnten bald in ihre Häuser zurückkehren, da diese weniger schwer als angenommen beschädigt worden seien, berichtete das Fernsehen. In dem Ort waren alle 29 Todesopfer des Bebens zu beklagen - darunter 26 Kinder und eine Lehrerin in der eingestürzten Schule.
Italienische Medien haben unterdessen von Plünderungen in der Erdbebenregion berichtet. Zwei Männer hätten sich in San Giuliano in verlassene Häuser geschlichen. Auch aus Zelten der Obdachlosen seien Gegenstände gestohlen worden.
Die Schulen in der Krisenregion sollen am nächsten Montag wieder geöffnet werden, hieß es weiter. Zuvor sollten alle Gebäude daraufhin überprüft werden, ob sie erdbebensicher sind.
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