Mittwoch, 30. Oktober 2002

Erste Friedensgespräche in Elfenbeinküste

  • Noch große Hürden zu überwinden
  • ai erhebt schwere Vorwürfe gegen Armee

Die Konfliktparteien des westafrikanischen Krisenlandes Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) haben am Mittwoch Friedensverhandlungen aufgenommen. Erstmals seit Ausbruch der blutigen Unruhen im vergangenen Monat trafen in der togoischen Hauptstadt Lomé Vertreter der Regierung von Präsident Laurent Gbagbo und Rebellen der "Patriotischen Bewegung der Elfenbeinküste" zusammen.

In den von der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS vermittelten Verhandlungen müssen großen Hürden überwunden werden. Gbagbo fordert, die Rebellen müssten zunächst entwaffnet werden. Die Aufrührer weigern sich jedoch. Sie fordern den Rücktritt des Staatschefs und Neuwahlen.

2000 Soldaten der westafrikanischen Eingreiftruppe ECOMOG sollen in den kommenden Tagen in der Elfenbeinküste stationiert werden, um einen Waffenstillstand zu überwachen. Nach unbestätigten Gerüchten aus Militärkreisen ließ Gbagbo am Mittwoch zahlreiche Söldner aus Südafrika ins Land einfliegen.

Die Menschenrechtsorganisation amnesty international hat seiner Armee Dutzende von Morden im Kakaohandelszentrum Doala vorgeworfen. In dem Bericht heißt es, Soldaten in Uniform hätten zahlreiche Einwohner der zentralen Stadt getötet. Die Gewalt habe sich gegen Menschen mit moslemischen Namen oder Zuwanderer aus benachbarten Ländern gerichtet. Unter den Opfer seien mindestens 20 Malier. Doala war wenige Tage nach der Einnahme durch die Rebellen von der Armee zurückerobert worden.

30.10.2002 16:00