Heftiges Wortgefecht zwischen Chirac und Blair
- Französisch-britischer Gipfel nun verschoben

Heftige Wortgefechte zwischen Frankreichs Präsident Chirac und dem britischen Premier Blair! Nun wird sogar ein für Dezember geplanter bilateraler Gipfel verschoben. Das französisch-britische Gipfeltreffen werde später stattfinden, weil "ein wenig Zeit" für die Vorbereitung erforderlich sei, so nach einer offiziellen Erklärung der französischen Seite.
Der Gipfel war für den 3. Dezember im nordfranzösischen Küstenort Le Touquet angesetzt gewesen.
Beim Brüsseler EU-Gipfel Ende vergangener Woche waren zwischen Chirac und Blair ungewöhnlich harte Worte gefallen. Ein Sprecher Blairs hatte von einem "heftigen Wortwechsel" gesprochen. Der "Financial Times" zufolge hielt Chirac Blair in Anwesenheit mehrerer anderer Regierungschefs vor, er sei "unverschämt", und so wie Blair habe "noch niemand je zuvor" mit ihm gesprochen. Bei dem Streit ging es darum, dass Frankreich und Deutschland einen Kompromiss zu den künftigen Agrarausgaben der Europäischen Union ausgehandelt hatten, der trotz britischer Bedenken beim EU-Gipfel akzeptiert wurde. Chirac stellte zudem den britischen Beitragsrabatt in der EU in Frage.
Blair hatte bei den Gipfelverhandlungen darauf hingewiesen, dass die von Chirac verteidigten EU-Agrarsubventionen nicht im Einklang mit den Forderungen der Welthandelsorganisation (WTO) stehen. Auch in der Irak-Politik sind sich London und Paris, die beide im UNO-Sicherheitsrat über einen ständigen Sitz und damit über ein Vetorecht verfügen, uneins.
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