6 Meter hohe Lavaströme aus dem Ätna ausgetreten
- Menschen schützen sich mit Schirmen vor "schwarzem Regen"
- PLUS: Die Bilder des höchsten Vulkans Europas (Kasten)
Beim Ausbruch des Vulkans Ätna auf Sizilien haben sich am Montag bis zu sechs Meter hohe Lavaströme ins Tal gewälzt. Streckenweise bewegten sich die rot glühenden Gesteinsmassen auf einer Breite von 400 Meter in die Tiefe. Experten versuchten, mit Schaufelbaggern eine Schneise zu ziehen, damit keine Ortschaften bedroht werden. Zugleich hatten sich am Montag früh mehrere neue Krater geöffnet und Lavafontänen bis 200 Meter hoch in die Luft geschleudert.
Fachleute sprachen von den schwersten Eruptionen seit 2001, als die Lava mehrere Ortschaften bedrohte. Italienische Zeitungen bezifferten die Schäden auf mehrere Millionen Euro. Zugleich erschütterten am Montag neue Erdbeben von einer Stärke 3,1 auf der Richterskala die Region. Flugzeuge über dem Krisengebiet warfen Substanzen ab, die den Lavafluss verlangsamen sollten. Möglicherweise werde auch die Armee eingesetzt, berichtete das staatliche Fernsehen.
Gleichzeitig breitete sich eine dunkle Aschewolke über der Region um den aktivsten Vulkan Europas aus. Zeitweise herrschte mitten am Tag Düsternis wie sonst bei der Dämmerung. Die Menschen in der Stadt Catania schützten sich mit Regenschirmen vor dem "schwarzen Regen". Der Flughafen Catania blieb vorerst geschlossen, die Flüge wurden nach Palermo umgeleitet. In der Gemeinde Linguaglossa am Fuße des Ätnas blieben die Schulen geschlossen. Der Bürgermeister ordnete aber ausdrücklich an, die Kirchen offen zu lassen, damit die Menschen beten könnten.
Die neuen Krater seien auf einer Höhe von 2300 bis 2700 Meter, teilten die Behörden mit. Die Lava wälze sich vor allem nördlich und östlich des Gipfels (3340 Meter) ins Tal. Experten erklärten, es sei nicht abzuschätzen, wie sich die Lage weiter entwickeln werde. "Der Riese ist böse", hieß es. Allerdings seien bisher keine Menschen in Gefahr. Unklar sei besonders, ob die Eruptionen Vorboten jenes ganz großen Ausbruchs sind, den einige Fachleute seit Jahren befürchten.
Der jüngste Ausbruch hatte Sonntag begonnen. Er war von über 200 kleineren Erdbeben begleitet worden, die zehntausend Menschen in den Dörfern an den Hängen in Angst und Schrecken versetzten. Der Lavastrom traf eine Skischule sowie einen der schönsten Pinienwälder bei Linguaglossa. Der bisher letzte schwere Ätna-Ausbruch 2001 hielt mehrere Wochen lang an. Ein riesiger Lavastrom zerstörte eine Seilbahn sowie einen Skilift und bedrohte mehrere Ortschaften.
Familiendrama in St. Pölten16:26
Bluttat: Tochter Zeuge?Vater schoss auf Sohn und richtete sich selbst. Waffenbesitz des 37-Jährigen illegal
Mordalarm in Wien12:03
Zu Tode geprügeltMann sagte nach Schlägerei bei der Polizei aus - nun folgte die Rache
