Amman: Festnahmen nach Anschlag auf Amerikaner
- US-Diplomat vor seiner Wohnung erschossen

Ein amerikanischer Diplomat ist am Montag in Amman erschossen worden. Wie das jordanische Informationsministerium mitteilte, wurde das Attentat vor der Wohnung des Diplomaten verübt. Schon am Dienstag gab es nach hektischen Ermittlungen erste Verhaftungen - dutzendweise!
Nach dem tödlichen Anschlag sind am Dienstag nach Angaben von Sicherheitskreisen Dutzende Menschen bei landesweiten Razzien festgenommen worden. Aus Oppositionskreisen verlautete, Schauplatz der Razzien seien Flüchtlingslager, verschiedene Bezirke der Hauptstadt Amman und weitere Städte gewesen, darunter Maan. In Maan soll der Extremisten-Anführer Abu Sayaff bei einer Schießerei verletzt worden sein, nachdem er versucht habe, den Sicherheitskräften zu entkommen.
Bekennerbrief ist "Scherz"
Der US-Diplomat Laurence Foley war am Montag in Amman vor seinem Haus erschossen worden. Die arabische Tageszeitung "Al Quds al Arabi" veröffentlichte die Erklärung einer bisher unbekannten Gruppe mit der Bezeichnung Shurafa al Urdun ("die Ehrenwerten Jordaniens"), die sich zu dem Anschlag bekannte. Von offizieller Seite wurde die Erklärung jedoch als Scherz zurückgewiesen. Eine solche Gruppe existiere nicht, hieß es.
"Ein Angestellter der US-Botschaft in Amman, der als Lawrence Foley identifiziert wurde, wurde beim Verlassen seiner Wohnung von Unbekannten ermordet." Bewaffnete Männer streckten den Diplomaten mit mehreren Schüssen nieder; "Er war auf der Stelle tot", sagte Informationsminister Mohammed Adwan. Er wisse aber nicht, ob es sich bei dem Mordanschlag um einen terroristischen Akt handle. "Ich will nicht spekulieren", sagte Adwan.
Jordanien in der Zwickmühle
Für Jordanien steht eine Menge auf dem Spiel - so ist auch das harte Vorgehen der Behörden zu erklären. Das Land ist einer der wichtigsten Verbündeten der USA im Nahen Osten - eingeklemmt zwischen den besetzten Gebieten Israels und dem weitgehend unbewohnten Westen des Irak. Daneben kämpft der militärische Zwerg auch mit wirtschaftlichen Problemen. Der Mordanschlag kommt inmitten verstärkter Vorbereitungen des US-Militärs für einen Krieg gegen Bagdad noch ungelegener als sonst. Die Kriegsvorbereitungen stoßen in der jordanischen Bevölkerung wie auch in allen anderen arabischen Staaten überwiegend auf Ablehnung.
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