Mittwoch, 30. Oktober 2002

Ingrid Wendl kandidiert für ÖVP

  • Frühere TV-Moderatorin auf Bundesliste

Nach der SPÖ holt sich nun auch Wolfgang Schüssel eine prominente Quereinsteigerin ins Wahlkampfteam: Die frühere Weltklasse-Eiskunsläuferin und ehemalige ORF-Moderatorin Ingrid Wendl (62) kandidiert auf einem sicheren Listenplatz. An der Spitze der ÖVP-Bundesliste steht erwartungsgemäß Parteiobmann Bundeskanzler Wolfgang Schüssel vor Bildungsministerin Elisabeth Gehrer und Außenministerin Benita Ferrero-Waldner.

Ebenfalls sicher im nächsten Nationalrat vertreten sind die erst 21-jährige Vorsitzende der Jungen ÖVP, Silvia Fuhrmann, Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch sowie der Chef der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Fritz Neugebauer, und der steirische VP-Klubobmann und Wahlkampfmanager Reinhold Lopatka. Weiter Quereinsteiger sind der Linzer Steuerberater Markus Achatz und als Behindertenvertreter der Kinderbuchautor und Kabarettist Franz-Joseph Huainigg. Einen weiteren Platz im Parlament soll die Lienzer Bürgermeisterin Helga Machne erhalten.

Wendl für Verständigung zwischen Generationen
Die überraschende Quereinsteigerin Ingrid Wendl versprach, sich für die Verständigung zwischen den Generationen einzusetzen. Sie habe "einen guten Draht zu den Menschen: Ich rede gerne mit den Menschen und sie reden auch ganz gerne mit mir." Schüssel sprach dementsprechend von einer "echten Bereicherung für den österreichischen Nationalrat". Anspielend auf eine Passage aus ihrem Buch, sie habe ein großes Stück ihres Bogens noch nicht ausgefahren, meinte der Kanzler, mit dem Einstieg in die Politik würde dies nun passieren.

Schüssel zu Haider-Kandidatur gelassen
VP-Chef Wolfgang Schüssel hat sich bei der Präsentation seines Teams für die Nationalratswahl entsprechend zufrieden gezeigt. An der Spitze der Bundesliste stünden Personen, die in ihrem Leben schon sehr viel geleistet hätten bzw. zu weiteren Hoffnungen noch viel Anlass gäben: "Dieses Team hält den Vergleich mit allen anderen Bundeslisten leicht aus." Dementsprechend zeigte sich Schüssel auch von den gestrigen Ankündigung des freiheitlichen Interimsobmannes Herbert Haupt unbeeindruckt, wonach der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider für die FPÖ kandidieren werde: "Ich habe mir noch nie den Kopf zerbrochen, wer auf einer anderen Liste kandidiert."

Ob Haider jetzt da sei oder fort oder wiederkomme, die ÖVP sei da. Schüssel gab sich auch von den Angriffen Haiders während der letzten Tage gegen seine Person unbeeindruckt: "Warum soll mir ein Blauer grün sein. Das ist ein Konkurrent." Auch dass der ÖVP mit den Freiheitlichen nach deren jüngsten Ankündigungen schön langsam ein Koalitionspartner abhanden kommen könnte, sieht Schüssel entspannt.

30.10.2002 22:34