Dienstag, 29. Oktober 2002

Haider attackiert Schüssel: "Er geht über Leichen"

  • Nein zu Schwarz-Blau / Realistisches FPÖ-Wahlziel: 15-20%
  • "VP kann sich gleich nach einem neuen Partner umschauen"

Jörg Haider ist verärgert! In einem Interview mit dem neuen NEWS rechnet er mit dem Kanzler ab: "Schüssel ist ein treuloser Spieler, der die Koalition gebrochen hat. Das sollte man nicht belohnen." Außerdem sagt er NEIN zu Schwarz-Blau.

Mit äußerst scharfen Worten attackiert der Kärntner Landeshauptmann den Bundeskanzler im neuen NEWS. Er rät der FPÖ ab, Schüssel erneut zum Kanzler zu machen. Schüssel, der "über Leichen" gehe, habe "die Koalition mutwillig gebrochen" und "wollte der FPÖ einen Todesstoß versetzen". Wenn der ÖVP-Obmann eine Koalition mit der "Knittelfelder FPÖ" ablehne, "kann sich die Volkspartei gleich nach einem neuen Partner umschauen", so Haider.

Haider: Schüssel ist ein treuloser Spieler
Der ehemalige FPÖ-Chef bezeichnete Schüssel als "treulosen Spieler, der die Koalition gebrochen hat. Das sollte man nicht belohnen". Wenn ein FPÖ-Wähler Schüssel seine Stimme gibt, "weiß er, dass er beiträgt, einen Verrat zu belohnen. Schüssel ist jemand, das musste ich leider erkennen, der keine Skrupel hat und eiskalt seine persönlichen Interessen verfolgt. Und seine Kälte ist offenbar so brutal, dass er bereit ist, auch über Leichen zu gehen".

Haider: ÖVP will FPÖ zerstören
Mehrmals in dem "NEWS"-Interview warf Haider der ÖVP vor, die FPÖ "zerstören" zu wollen. Laut Koalitionspakt hätte Schüssel die Koalition auch nach dem Rücktritt dreier FPÖ-Regierungsmitglieder nicht auflösen dürfen, "weil der Austausch von Ministern immer die Sache der jeweiligen Partei ist". Dies sei "alles schriftlich vereinbart" worden. "Schüssel hat damit gezeigt, dass er keine Handschlagqualität hat und vertragsbrüchig ist, wenn es um seine kurzfristigen Chancen geht. Das wird man sich genauso merken wie die SPÖ, die ja 1995 dieselbe Erfahrung mit ihm gemacht hat. Als Vranitzky damals sehr krank war, hat Schüssel die Gelegenheit genützt, um einen kranken Vranitzky bei der Neuwahl besiegen zu wollen. Aber er hat damals die Rechnung bekommen und er wird sie auch jetzt präsentiert bekommen", meinte Haider.

Außerdem "bin ich bis zum heutigen Tag in der Frage der Auflösung der Koalition nicht ein Mal von ihm (Schüssel, Anm.) kontaktiert worden. Daran sieht man auch die Überheblichkeit, mit der er an diese Sache herangegangen ist. Offenbar war es ihm wichtiger, die Haider-FPÖ zu zerstören, als Österreich neu zu regieren".

15 bis 20% sind als Wahlziel realistisch
Für die FPÖ sei bei der Wahl "ein Ergebnis zwischen 15 und 20 Prozent realistisch." Haider erwartet sich zudem, dass "alle jene, die sich zur Unzeit aus ihren Ämtern zurückgezogen haben, aber dann auf ihren Ministersesseln bei vollen Bezügen weiter sitzen geblieben sind, die FPÖ in einer schwierigen Situation unterstützen." Er selbst werde "helfen, eine Notwendigkeit besteht."

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS.

29.10.2002 12:25