Donnerstag, 31. Oktober 2002

28-Jähriger pflanzte Cannabis - Urteil: 18 Monate

  • Mann züchtete Pflanzen im Freien und in der Wohnung

So geht's nicht, sagte das Landesgericht Eisenstadt: Über einen Zeitraum von mehreren Jahren hatte ein Nordburgenländer aus dem Bezirk Eisenstadt-Umgebung in der Wohnung und im Freien Cannabis-Pflanzen kultiviert und außerdem 40 Gramm Kokain erworben und Teile der "Ernte" sowie des Kokains weiterverkauft.

Von einem Schöffensenat des Landesgerichts Eisenstadt (Vorsitz: Richterin Mag. Karin Knöchl) wurde der 28-Jährige deshalb am Donnerstag zu 18 Monaten Haft, davon drei Monate unbedingt, verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Weil sich der Angeklagte "im Wesentlichen" schuldig bekannte, wurde auf die Einvernahme von Zeugen verzichtet. Die im Freien gewonnene Menge bezifferte der 28-Jährige mit etwa drei Kilogramm getrocknetem "Gras". Von der "Indoor-Produktion" wurden 30 Cannabispflanzen und zwölf Jungpflanzen sichergestellt.

Staatsanwältin Barbara Unger wertete die erzeugte Menge als erschwerend, zudem habe der Angeklagte Suchtgift auch an Minderjährige weitergegeben. Als mildernd einzustufen sei die bisherige Unbescholtenheit. Verteidiger Elmar Kresbach wies darauf hin, dass sein Mandant die Zeit nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft - "er hat dieses Erlebnis gehabt als Rute im Fenster" - für eine Therapie genutzt habe und seither auch wieder seinem Job als Angestellter nachgehe. Der 28-Jährige nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.

31.10.2002 12:53